Benedikt XVI. betet vor den Reliquien der heiligen Theresia vom Kinde Jesu

Dreifaches Jubiläum führt sie nach Italien

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14. November 2007 (ZENIT.org).- Die Reliquien der heiligen Theresia von Lisieux (1873 - 1897) wurden heute, Mittwoch, von den Tausenden von Gläubigen verehrt, die auf dem Petersplatz in Rom an der Generalaudienz von Papst Benedikt XVI. teilnahmen. Die Nacht über werden sie im Päpstlichen Französischen Priesterseminar aufbewahrt.



Anlass für die Pilgerreise der Reliquien der „kleinen Theresia“ durch ganz Italien ist ein dreifaches Jubiläum. Zum einen markiert das Jahr 2007 den 120. Jahrestag der Ankunft der jungen Französin, die aus der Normandie stammt, in Rom, wo sie Papst Leo XIII. um seine Erlaubnis bat, noch vor dem Erreichen des erforderlichen Alters in den Karmel eintreten zu dürfen. Außerdem wird in diesem Jahr der 80. Jahrestag des historischen Ereignisses begangen, als Papst Pius XI. die Heilige am 14. Dezember 1927 feierlich zur Hauptpatronin für die katholischen Missionen erklärte (wie den heiligen Franz-Xaver). Und schließlich ist es 2007 zehn Jahre her, dass Papst Johannes Paul II. die heilige Theresia am Weltmissionstag 1997 zur Kirchenlehrerin ernannt hat.

Daran erinnerte Papst Benedikt XVI. heute am Ende der Generalaudienz. In seinen Grußworten an die Pilger aus Frankreich bekundete er zudem: „Nach dieser Audienz wird mir die Freude zuteil werden, vor diesen Reliquien zu beten, so wie es zahlreiche Gläubige die ganze Woche über in den verschiedenen römischen Kirchen tun können.“

Die Reliquien der heiligen Theresia vom Kinde Jesu trafen am 8. November in Rom ein. Auf ihrem Weg durch Italien folgen sie der Reiseroute, die die Heilige einst nach Rom führte. Eingeplant sind allerdings auch kurze Aufenthalte an jenen Stätten, die der „kleinen Teresia“ geweiht sind.

Wie der Heilige Vater bekräftigte, habe sich die Französin zeitlebens danach gesehnt, die biblischen Sprachen zu lernen, „um die Schrift besser zu verstehen“. Auch von daher sei sie – genauso wie der heilige Hieronymus, dem die Katechese der heutigen Generalaudienz gewidmet war – ein Vorbild für alle Gläubigen.

Ihrem Beispiel folgend, sollte man sich Zeit nehmen, „um regelmäßig die Bibel zu lesen“, erklärte Benedikt XVI. Diese Gewohnheit stärke die Christusbeziehung: „Wenn ihr euch mit dem Wort Gottes vertraut macht, werdet ihr in ihr Christus neu entdecken und mit ihm verbunden bleiben.“

Morgen, Donnerstag, werden die Reliquien in Prozession vom Französischen Priesterseminar zur Kirche „Il Gesù“ gebracht, wo der heilige Ignatius von Loyola begraben liegt und auch die Reliquien des anderen großen Missionspatrons aufbewahrt werden, die des heiligen Franz-Xaver. Anschließend werden sie zur Kirche der Jugendlichen, Sant' Agnese in Agone, an der Piazza Navona getragen.

Nach dem „Besuch“ der Universität Urbaniana werden die Reliquien am 16. November zunächst an der Theologischen Fakultät Teresianum in Empfang genommen werden. Anschließend stehen verschiedene Stationen in Trastevere auf dem Programm. Nach dem Aufenthalt in der Kirche Sant’Agnese fuori le mura werden sie schließlich am Sonntag, dem 18. November, in der Kirche San Gioacchino eintreffen. Von dort aus geht die Reise in die süditalienischen Diözesen. Am 27. Dezember werden die Reliquien den Heimweg nach Lisieux antreten.