Benedikt XVI. bittet zukünftige Diplomaten um die Wahrung der Treue zum Papst

Jeder Katholik und jeder Priester soll seine persönliche Bindung zum Vikar Christi pflegen

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VATIKANSTADT, 12. Juni 2012 (ZENIT.org). - Benedikt XVI. hat das Personal und die Studenten der Päpstlichen Diplomatenakademie, der Ausbildungsstätte für Priester, die in den Diplomatendienst des Heiligen Stuhls eintreten werden, in Audienz getroffen.

„Es ist mir eine große Freude, euch nun, da dieses Studienjahr sich dem Ende zuneigt und einige von euch bald ihren Dienst in den päpstlichen Vertretungen in aller Welt beginnen werden, erneut zu begegnen“, so der Papst in seiner Eröffnungsansprache.

Er fuhr fort: „Ich ermutige euch, zuversichtlich zu sein und euch mit Fleiß auf den bevorstehenden Einsatz vorzubereiten; im Vertrauen auf die Treue des Einen, der euch von Beginn an kannte und euch zur Gemeinschaft mit seinem Sohn, Jesus Christus, berufen hat“ (vgl. 1 Kor 1,9).

Vor dem Hintergrund der Fälle wiederholten Durchsickerns von Informationen und Gerüchten über die Aktivitäten des Vatikans erklärte Benedikt XVI.: „Gottes Treue ist der Schlüssel und die Quelle für unsere persönliche Treue.“

Der Papst führte aus: „Ich möchte euch heute an genau diese Tugend erinnern. Sie ist Ausdruck der einzigartigen Bindung zwischen dem Papst und seinen direkten Mitarbeitern. Das gilt sowohl für die Römische Kurie als auch für die päpstlichen Vertretungen: Für viele gründet diese Bindung auf der empfangenen Priesterweihe. Ihre Form wird dann bestimmt durch den jedem anvertrauten Einsatz im Dienst für den Nachfolger Petri“.

„Liebe Freunde, mit diesen Gedanken ermutige ich euch dazu, die persönliche Bindung an den Vikar Christi als einen Teil eurer Spiritualität zu pflegen. Dies gilt für jeden Katholiken und in noch höherem Maße für jeden Priester“, fügte der Papst hinzu.

Benedikt XVI. merkte weiter an: „Eine ganz besondere Bedeutung erwächst daraus jedoch jenen, die im Heiligen Stuhl tätig sind, da sie dem Dienst für den Nachfolger Petri viel Kraft, Zeit und ihr tägliches geistliches Amt widmen“.

Der Heilige Vater brachte auch all seinen Helfern in der Römischen Kurie und im Diplomatischen Dienst des Vatikans seine Dankbarkeit zum Ausdruck.

Er wandte sich mit folgenden Worten an sie: „Liebe Freunde, in dem Maß, in dem ihr treu seid, seid ihr auch glaubwürdig.“

„Es ist uns zugleich bewusst, dass die wahre Treue zur Kirche und zum Heiligen Stuhl keine ‚blinde‘ Loyalität ist, denn sie ist erleuchtet von unserem Glauben an den einen, der sagte: ‚Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen‘“ (Mt 16,18), so der Papst weiter.

Benedikt XVI. beendete seine Ansprache mit folgenden Worten: „Lasst uns diesen Weg gehen, auf dass wir eines Tages die Worte aus dem Gleichnis im Evangelium vernehmen: ‚Aber wir haben unser Todesurteil hingenommen, weil wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzen wollten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt.‘“

[Übersetzung des italienischen Originals von Sarah Fleissner]