Benedikt XVI.: Das „Denken Christi“ reinigt uns von einer falschen Weisheit

Der Papst eröffnete das Akademische Jahr 2008/2009

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ROM, 31. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Am gestrigen Nachmittag wurde in der Petersbasilika mit einer Eucharistiefeier das akademische Jahr der römischen Universitäten eröffnet. Dem Gottesdienst stand der Präfekt der Kongregation für das Katholische Bildungswesen (für die Seminare und Studieneinrichtungen), Kardinal Zenon Grocholewski, vor. Nach der heiligen Messe begegnete Papst Benedikt XVI. den mehreren Tausenden in der Basilika versammelten Professoren und Stundenten der römischen päpstlichen und staatlichen Universitäten.



In seiner Ansprache kommentierte Benedikt XVI. das, was der heilige Paulus über die christliche Weisheit sagt. Dabei verwies der Bischof von Rom auf die Weisheit Gottes, die im Gegensatz zur „Weisheit der Welt“ stehe. Letztere sei eine Lebensart, eine Sicht der Dinge, die von Gott absehe und den gängigen Meinungen verpflichtet sei, die von den Kriterien des Erfolgs und der Macht bestimmt seien. Die göttliche Weisheit bestehe dagegen darin, „dem Denken Christi zu folgen“. Jesus Christus öffne „die Augen des Herzens, um den Weg der Wahrheit und der Liebe zu gehen“.

Mit seiner Mahnung, „töricht für die Welt“ zu werden, nehme Paulus keine vernunftfeindliche Haltung ein. In der Nachfolge Jesu widersetze sich Paulus vielmehr einer „intellektuellen Vermessenheit“, durch die der Mensch die Sensibilität für die Wahrheit und die Bereitschaft verliere, sich für die Neuheiten des göttlichen Wirkens offen zu halten.

Benedikt XVI. betonte, dass der Völkerapostel vor dem „Gift der falschen Weisheit“ warne, die im menschlichen Stolz bestehe. „Es ist nicht die Erkenntnis als solche, die Böses hervorbringen kann, sondern die Vermessenheit; das ‚Sichrühmen’ für das, zu dessen Erkenntnis man gekommen ist.“ Gerade dadurch würden in Kirche und Gesellschaft Spannungen und Zwietracht entstehen. Daher gehe es darum, die Weisheit nicht „nach dem Fleisch“, sondern „nach dem Geist“ zu pflegen.

Das „Denken Christi“, das der Christ aus Gnade empfangen habe, „reinigt uns von der falschen Weisheit“, hob Benedikt XVI. hervor. Dieses „Denken Christi“ eigneten sich die Menschen durch die Kirche und in der Kirche an, indem sie sich „ vom lebendigen Fluss der Tradition“ tragen ließen.