Benedikt XVI.: Das Geheimnis Christi in der Lehre des heiligen Chromatius

Erste Generalaudienz im Advent

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ROM, 5. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Das „Geheimnis Christi“ gehört zu den Lieblingsthemen des Bischofs Chromatius von Aquileia (*354, † um 407), dem Benedikt XVI. seine Katechese während der heutigen Generalaudienz gewidmet hat.

Die über 40 Predigten und 60 Traktate zum Matthäusevangelium, die vom Heiligen erhalten sind, offenbarten einen „weisen Lehrer und eifrigen Hirten“, erklärte der Heilige Vater in der Audienzhalle Pauls VI.

„In seiner Lehre geht er stets vom Wort Gottes aus, und zu ihm kehrt er immer wieder zurück.“ Zu den Themen, die ihn tief bewegten, gehörten das Geheimnis der Dreifaltigkeit und der Heilige Geist: „Chromatius weist die Gläubigen ständig auf die Gegenwart und das Wirken der dritten Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit im Leben der Kirche hin.“ Aber mit besonderer Beharrlichkeit habe der heilige Bischof immer wieder das Geheimnis Christi verständlich zu machen versucht.

„Das fleischgewordene Wort ist wahrer Gott und wahrer Mensch: Es hat die Menschheit ganz angenommen, um ihr seine Göttlichkeit zu schenken.“ Die Betonung der menschlichen Natur Christi habe Chromatius dazu veranlasst, auch „über die Jungfrau Maria zu sprechen“, und so habe er eine Mariologie entwickelt, die ganz klar sei.

„Ihm verdanken wir einige eindringliche Beschreibungen der allerseligsten Jungfrau: Maria ist die ‚Jungfrau des Evangeliums, die fähig ist, Gott aufzunehmen‘; sie ist das ‚unbefleckte und unberührte Schaf‘, das das ‚mit Purpur gekleidete Lamm‘ gezeugt hat.“ Darüber hinaus habe der Bischof von Aquileia häufig auf den Zusammenhang zwischen der Jungfrau Maria und der Kirche aufmerksam gemacht: „Beide nämlich sind ‚Jungfrau‘ und ‚Mutter‘“, so Papst Benedikt.

Die Kirchenlehre des Chromatius lässt sich nach Worten des Bischofs von Rom so zusammenfassen: „Die Kirche ist eine; sie ist aus dem Blut Christi entstanden. Sie ist wertvolles Gewand, durchwoben vom Heiligen Geist. Die Kirche ist dort, wo verkündet wird, dass Christus von der Jungfrau Maria geboren ist, wo Brüderlichkeit und Eintracht blühen.“

Benedikt XVI. wies in seinen Ausführungen auch darauf hin, dass Chromatius Christus bereits in seiner Familie „kennen und lieben gelernt“ habe.

„Mit Worten voller Bewunderung spricht davon Hieronymus, der die Mutter des Chromatius mit der Prophetin Anna und seine beiden Schwestern mit den klugen Jungfrauen der entsprechenden Gleichnisse aus dem Evangelium vergleicht. Chromatius selbst und seinen Bruder Eusebius vergleicht er mit dem jungen Samuel.“