Benedikt XVI.: Das Priestertum ist für die Kirche unentbehrlich

Sie sind der „geistliche Kranz des Bischofs“

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ROM, 15. September 2008 (ZENIT.org).- Während seiner Begegnung mit den Mitgliedern der französischen Bischofskonferenz im Sitzungssaal „Sainte-Bernadette“ in der Nähe der Grotte und der der Muttergottes geweihten Basiliken betonte Papst Benedikt XVI. gestern, Sonntag, in einer Grundsatzrede die Unersetzlichkeit des Weiheamtes. Der Heilige Vater forderte die Bischöfe auf, „mehr denn je“ die Berufungen zum Priesterdienst zu fördern.

„Man wird nicht oft genug wiederholen können, dass das Priestertum für die Kirche unentbehrlich ist, im Interesse der Laien selbst“, so der Papst. Die Priester seien ein Geschenk Gottes an die Kirche. In dem, was die ihnen eigene Sendung betrifft, könnten die Priester ihre Aufgaben nicht den Gläubigen übertragen.

Der Bischof und die Gemeinschaften der Gläubigen müssten die Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben fördern und annehmen. Dabei sollten sie sich auf die vom Heiligen Geist geschenkte Gnade stützen, um die notwendige Unterscheidung hinsichtlich ihrer Berufung vorzunehmen: „Ja, liebe Mitbrüder im Bischofsamt, hört nicht auf, zum Priestertum oder zum geweihten Leben einzuladen, genauso wie Petrus auf Geheiß des Meisters seine Netze auswarf, obwohl er die ganze Nacht gearbeitet hatte, ohne etwas zu fangen.“

Benedikt XVI. lud die Bischöfe dazu ein, den Priestern zu helfen, in einer tiefen inneren Einheit mit Christus zu leben. Das geistliche Leben der Priester ist, so betonte der Papst, das Fundament ihres Apostolats. In diesem Sinn sollten die Bischöfe die Priester behutsam zum täglichen Gebet ermahnen und zu einer würdigen Feier der Sakramente, vor allem der Eucharistie und des Sakramentes der Versöhnung.

Wichtig sei die Freude des Priesters, der Kirche zu dienen. Benedikt XVI. zitierte dazu den heiligen Pfarrer von Ars, der gesagt hatte: „Ein Mensch kann nichts Größeres tun, als den Gläubigen den Leib und das Blut Jesu zu reichen und die Sünden zu vergeben.“

Die Bischöfe sollten auch der menschlichen, intellektuellen und spirituellen Bildung sowie dem materiellen Unterhalt der Priesters Aufmerksamkeit schenken. Der Papst legte den Bischöfen besonders ans Herz, sich regelmäßig mit ihren Priestern zu treffen und sie als Brüder und Freunde zu empfangen.

Die Priester sind, so der Papst mit einem Wort aus Lumen gentium, der „geistliche Kranz des Bischofs“ (41). Dies dürfe nicht vergessen werden.