Benedikt XVI: Der heilige Augustinus, „Vorbild für den Dialog zwischen Vernunft und Glaube“

Ansprache an der Universität

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PAVIA, 23. April 2007 (ZENIT.org).- Während seiner Pastoral- und Pilgerreise nach Pavia (Lombardei, Italien) begegnete Papst Benedikt XVI. am Sonntagnachmittag den Vertretern der Kultur und der Universität.



In seiner kurzen Ansprache vor den Professoren und Studenten der Universität von Pavia bekräftigte der Papst, dass es Aufgabe der Universität sei, den Charakter eines Studienzentrums zu bewahren, das „auf den Menschen zugeschnitten ist“: Der Studierende müsse aus der Anonymität heraus und in einen fruchtbaren Dialog mit den Dozenten eintreten, um so in seinem kulturellen und menschlichen Wachstum bereichert zu werden.

Es ist nach Papst Benedikt von grundlegender Bedeutung, „dass sich die Mühe der wissenschaftlichen Forschung der existentiellen Frage nach dem Sinn des Lebens der Person öffnen kann. Die Forschung ist auf Erkenntnis ausgerichtet, während der Mensch auch der Weisheit bedarf, jenes Wissens also, das darin zum Ausdruck kommt, ‚leben zu können‘.“

Der Patron der Universität von Pavia ist – zusammen mit der heiligen Katherina von Alexandrien – der heilige Augustinus. So sei es natürlich, an den existentiellen intellektuellen Weg des Augustinus zu denken, der „eine fruchtbare Interaktion zwischen Glaube und Kultur bezeugt“, so Benedikt XVI.

Die Liebe Christi habe den existentiellen Bemühungen des Kirchenlehrers ihre Form gegeben: „Von einem Leben, das auf die Suche nach dem weltlichen Erfolg ausgerichtet war, ging er über zu einem Leben, das ganz Christus geschenkt war, dem einzigen Meister und Herrn.“

Der Heilige Vater zitierte die Enzyklika Fides et ratio Johannes Pauls II., wo es heißt: „Dem Bischof von Hippo gelang es, die erste große Synthese des philosophischen und theologischen Denkens zu erstellen, in die Strömungen des griechischen und lateinischen Denkens einflossen. Auch bei ihm wurde die große Einheit des Wissens, deren Ausgangspunkt und Grundlage das biblische Denken war, von der Gründlichkeit des spekulativen Denkens bestätigt und getragen“ (40).

Diese Worte bekräftigte Benedikt XVI., indem er einen Wunsch äußerte: „Der heilige Augustinus sei für alle ein Vorbild für den Dialogs zwischen Vernunft und Glaube.“