Benedikt XVI.: „Der Mensch ohne Christus ist Staub und Schatten“

Generalaudienz über den heiligen Paulinus von Nola (* um 354, † 22. Juni 431)

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ROM, 12. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Der heilige Paulinus, Zeitgenosse des heiligen Augustinus und „Dichter der Schönheit des fleischgewordenen, gekreuzigten und auferstandenen Gottes“, stand im Mittelpunkt der Katechese Papst Benedikts XVI. während der heutigen Generalaudienz.



Der Papst erinnerte daran, dass der Heilige als junger Mann Statthalter in Kampanien war. Dabei „erregten seine Begabungen der Weisheit und Milde Bewunderung. In dieser Zeit ließ die Gnade in seinem Herzen den Samen der Umkehr aufkeimen. Zum Ansporn dazu gereichte ihm der einfache und innige Glaube, mit dem das Volk das Grab eines Heiligen, des Märtyrers Felix, im Heiligtum des heutigen Cimitile verehrte.“

Seine Begegnung mit Christus war, so Benedikt XVI, „der Ankunftsort eines beschwerlichen Weges voller Prüfungen“. Schmerzhafte Umstände ließen Paulinus die Vergänglichkeit der Dinge erfahren.

Einmal zum Glauben gekommen, erkannte der Heilige: „Der Mensch ohne Christus ist Staub und Schatten.“ Auf der Suche nach dem Licht des Sinnes seines Daseins begab er sich nach Mailand in die Schule des heiligen Ambrosius. Zum Glaubensweg des Paulinus gehörte auch die Ehe. Der frühe Tod seines neugeborenen Kindes jedoch ließ ihn erkennen, „dass der Plan Gottes für sein Leben ein anderer war. Er fühlte sich in der Tat dazu berufen, sich Christus in einem strengen asketischen Leben zu weihen.“

Als Bischof von Nola lebte er in einer monastischen Gemeinschaft, der auch seine Frau in geschwisterlicher Liebe angehörte. Er intensivierte gleichzeitig sein pastorales Wirken, wobei dieses sich durch eine besondere Aufmerksamkeit gegenüber den Armen auszeichnete: „Er hinterließ das Bild eines echten Hirten der Nächstenliebe.“

„Die Bekehrung des Paulinus beeindruckte die Zeitgenossen“, hob Benedikt XVI. hervor. Der heidnische Dichter Ausonius, der sein Lehrer war, „fühlte sich ‚verraten‘“; er verstand seine Abkehr von den weltliche Gütern nicht und tadelte den Verzicht des Paulinus auf eine Karriere als Literat. Paulinus hingegen habe seine Kunst nicht aufgegeben, sondern in den Dienst der „Schönheit des fleischgewordenen, gekreuzigten und auferstandenen Gottes“ gestellt.

Das Leben im Kloster von Nola verlief „in Armut, Gebet und völlig vertieft in die „lectio divina“. Armut war nach Worten des Papstes für Paulinus der Weg der Bekehrung und Umkehr, nicht das Ziel. Er habe die Armen, die im Kloster Hilfe suchten, als „Schutzpatrone“ und Fundament seines Hauses angesehen.

Der heilige Paulinus war kein Verfasser von theologischen Abhandlungen; seine Lieder aber und sein umfangreicher Briefwechsel „sind reich an gelebter Theologie, die vom Wort Gottes durchdrungen ist, stets erforscht als Licht für das Leben“. Dabei gebe er vor allem den Sinn der Kirche als Geheimnis der Einheit zu erkennen. Das Wesen der Kirche als „communio“ war für den Heiligen der Schlüssel, um „sich dem Geheimnis der Kirche zu nähern“.

Zum Abschluss seiner Katechese betonte Benedikt XVI.: „Das Zeugnis des heiligen Paulinus von Nola hilft uns, die Kirche als Sakrament der innigen Vereinigung mit Gott und so der Einheit unter uns allen und schließlich des ganzen Menschengeschlechts zu empfinden.“