Benedikt XVI.: Die Abwesenheit Gottes ist die „schlimmste Krankheit"

Der Mensch ist zur „Fülle des Lebens" berufen

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ROM, 9. Februar 2009 (ZENIT.org).- Die Krankheit gehört zwar zur menschlichen Erfahrung, aber dennoch gelingt es dem Menschen nicht, sich an sie zu gewöhnen. Warum? „Weil wir für das Leben geschaffen sind, für das vollkommene Leben".



Mit diesen Worten wandte sich Papst Benedikt XVI. gestern beim Angelusgebet an die Pilger und Besucher, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten. Mit Blick auf den Welttag der Kranken am 11. Februar betrachtete der Heilige Vater das Sonntagsevangelium, das Jesus als den Heiland der Menschen vorstellte, um anschließend einen Appell für die Rückkehr des „zivilen Zusammenlebens" in Madagaskar zu lancieren, wo es in den letzten Tagen große politischen Spannungen und Unruhen gegeben hat.

Der Mensch wisse, dass er für das Leben geschaffen sei, und sein „innerer Instinkt" führe ihn dazu, sich Gott als die „Fülle des Lebens" vorzustellen, als „ewiges und vollkommenes Leben", so der Papst. Auf die Fragen und Zweifel, die Leid und Schmerz im Leben jedes Menschen hochsteigen ließen, antworte das Evangelium: Jesus offenbare den Gott des Lebens, er die Menschen von allem Bösen befreit.

Die Heilungen, die Jesus vollbringt, sind nach Worten des Papstes Zeichen, die den Menschen zur Botschaft Christi und zu Gott führten und ihn erkennen ließen, „dass die wahre und schlimmste Krankheit des Menschen die Abwesenheit Gottes ist, der Quelle der Wahrheit und der Liebe". Nur die Versöhnung mit Gott könne die wahre Heilung, das wahre Leben schenken, bekräftigte Papst Benedikt. „Ein Leben ohne Liebe und ohne Wahrheit wäre kein Leben. Das Reich Gottes ist nämlich die Gegenwart von Wahrheit und Liebe, uns so ist es Heilung in der Tiefe unseres Seins."

Das Heilswirken Jesu setze sich dank der Kraft des Heiligen Geistes in der Kirche fort. „Wie viele Christen - Priester, Ordensleute und Laien - haben überall auf der Welt ihre Hände, ihre Augen und ihre Herzen Christus, dem wahren Arzt des Leibes und der Seele, zur Verfügung gestellt und tun dies weiter!"

Benedikt XVI. betete in diesem Zusammenhang für alle Kranken und besonders für die Schwerstkranken, „denen es in keiner Weise möglich ist, für sich selbst zu sorgen, sondern die völlig von der Fürsorge anderer abhängig sind".

Nach dem „Engel des Herrn" gedachte der Papst der politischen Spannungen und Unruhen auf Madagaskar, wo vor kurzem sogar Menschen ums Leben gekommen waren. Der Bischof von Rom rief die Christen dazu auf, sich dem von den madagassischen Bischöfen ausgerufenen Gebetstag für die nationale Aussöhnung und soziale Gerechtigkeit anzuschließen. Er gedachte der Toten und bat Gott um Eintracht und Frieden in dem Leid geprüften Land.

Ehe sich Benedikt XVI. verabschiedete, kündigte er an, dass er am kommenden Mittwochnachmittag zum Welttag der Kranken im Anschluss an die heilige Messe im Petersdom, der der Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst, Kardinal Lozano Barragán, vorstehen wird, mit den Kranken und den anderen Pilgern ebendort zusammentreffen werde. Benedikt XVI. sicherte den Kranken, den im Gesundheitsdienst tätigen Personen und allen ehrenamtlichen Helfern überall auf der Welt seinen Segen zu.