Benedikt XVI.: Die Auferstehung zeigt uns, wer Christus wirklich ist

Das Christentum ist kein „bequemes Leben“ - Katechese über den Apostel Paulus

| 795 klicks

ROM, 5. November 2008 (ZENIT.org).- In seiner Katechese während der heutigen Mittwochsaudienz setzte Papst Benedikt XVI. seine Erläuterungen zur Theologie des Völkerapostels Paulus vor rund 20.000 Pilgern und Besuchern fort. Im Mittelpunkt seiner Betrachtungen stand diesmal die Auferstehung, ohne die das Christentum eine „Absurdität“ wäre. Der Respekt des Paulus vor der Tradition weise darauf hin, dass Theologie „keine neuen Visionen“ schaffe, sondern dazu diene, die Wirklichkeit der Auferstehung heute verständlich zu machen.



Das Christentum ist nach Worten Benedikts XVI. kein bequemer, sondern ein „ein steiler Weg, der hohe Anforderungen stellt“. Den Christen werde das Leiden nicht erspart; dennoch führten sie aber ein Leben, das vom Licht der Hoffnung erfüllt sei. Das Kreuz trage man in Erwartung der Auferstehung, die ein „wesentliches Ereignis“ des Glaubens sei und als „entscheidendes Merkmal“ im Mittelpunkt der paulinischen Christologie stehe.

Die Kreuzestheologie des Völkerapostels sei keine Theorie, sondern „die Wirklichkeit des christlichen Lebens“. Ein Leben im Glauben schließe tagtäglichen Verzicht und Leiden ein. Der Gläubige befinde sich in dieser Hinsicht zwischen zwei Polen: „Auf der einen Seite die Auferstehung, die in gewisser Weise schon geschehen und gewährleistet ist; auf der anderen die Dringlichkeit, in den Prozess einzutreten, der alle und alles zur Fülle führt.“

„Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos“ (1 Kor 15,14): Im Ersten Brief an die Korinther sage Paulus, dass das Kreuz ohne die Auferstehung eine Tragödie geblieben wäre. Paulus gehe somit vom Geheimnis des vom Vater von den Toten Auferweckten aus, zu dem er auch zurückkehre. „Christus ist auferstanden und lebt mitten unter uns“: Aufgrund dieser Tatsache könne der Apostel seine Verkündigung verwirklichen.

Der Heilige Vater erinnerte die Gläubigen anschließend an „den großen Respekt“ des Paulus vor der ihm überlieferten Tradition. Der Apostel selbst sage: „Sowohl ich als auch sie verkünden…“, womit er hervorhebe, das Empfangen und Weitergeben zusammengehöre, und andererseits die Einheit aller Gläubigen hervorhebe.

„Die Originalität seiner Christologie besteht nie zum Schaden seiner Treue zur gemeinsamen Tradition, in der der gemeinsame Glaube aller Kirchen zum Ausdruck kommt, die eine einzige Kirche sind“, so der Papst. Die Theologie schaffe somit keine neuen Welt- und Lebensanschauungen, sondern stehe „im Dienst der Auferstehung“. Sie lasse uns im Heute die Wirklichkeit der Auferstehung verstehen.

Paulus gehe es nicht darum, ein Handbuch der Theologie zu schreiben. Er wolle vielmehr auf die Fragen Antwort geben, die ihm von den Gläubigen gestellt worden seien. So sage er, dass der Christ vom Auferstandenen gerechtfertigt, gerecht gemacht und gerettet worden sei. Ohne die Auferstehung wäre das christliche Leben schlechthin absurd. Die Auferstehung sei dagegen etwas „sehr Konkretes“, bezeugt durch viele Zeichen und Zeugen.

Der Völkerapostel „verkündet nicht nur die Tatsache der Auferstehung, sondern die wesentliche Tatsache, dass wir in ihr gerechtfertigt sind“. Sie offenbare „die wahre Wirklichkeit Christi“, nämlich dass er der Herr sei. Das Leben der Gläubigen werde so Teilhabe am Tod und an der Auferstehung Jesu Christi.

Der wahre Gläubige erlange das Heil, indem er im Herzen bekenne, dass Jesus der Herr sei und dass er auferstanden sei. Allerdings reiche es nicht aus, diesen Glauben im Herzen zu tragen. Er müsse auch bezeugt werden. Erst dann füge sich der Christ in den Prozess ein, der durch die Auferstehung seinen Anfang genommen habe.

Diesen Prozess beschreibe Paulus im Römerbrief: So wie die ganze Schöpfung unter den Geburtswehen stöhne und leide, so leide auch der Mensch in Erwartung der Auferstehung seines Leibes. In der Auferstehung „gründet die Hoffnung, eines Tages mit Christus in unsere Heimat eintreten zu können, die im Himmel ist“.