Benedikt XVI.: Die Begegnung mit dem lebendigen Wort Gottes jedem ermöglichen

Audienz aus Anlass des Vorbereitungstreffens für die Weltbischofssynode 2008

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ROM, 21. Januar 2008 (ZENIT.org).- Die Kirche habe die Aufgabe, das Wort Gottes mutig zu verkünden, betonte Benedikt XVI. vor den Mitgliedern des ordentlichen Rates des Generalsekretariats der Bischofssynode. Alle Menschen müssten „dem lebendigen Wort“ begegnen können: Jesus Christus.



Die Audienz fand anlässlich einer Vorbereitungstagung zur Weltbischofssynode statt, die von 5. bis 26. Oktober zum Thema „Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“ in Rom stattfinden wird.

In seiner Ansprache brachte Papst Benedikt seine diesbezüglichen Hoffnungen zum Ausdruck und stellte darüber hinaus die gemeinschaftliche Dimension der Erfahrung der Synode im Licht seiner Enzyklika Spe salvi heraus, wo es heißt: „Das Mitsein mit Jesus Christus nimmt uns in sein ‚Für alle’ hinein, macht es zu unserer Seinsweise. Es verpflichtet uns für die anderen, aber im Mitsein mit ihm wird es auch überhaupt erst möglich, wirklich für die anderen, fürs Ganze da zu sein“, da es einen „Zusammenhang von Gottesliebe und Verantwortung für die Menschen gibt“ (vgl. 28), der es erlaube, nicht in den Heils- und Hoffnungsindividualismus zu verfallen. Die großen Aufgaben der kirchlichen Gemeinschaft in der heutigen Welt seien auf das Wort Gottes konzentriert und würden von diesem gerechtfertigt und getragen.

Wie die missionarische Tätigkeit der Kirche ihre Inspiration und ihr Ziel in der Offenbarung Gottes finde, so könne sich auch der ökumenische Dialog nicht nur auf Worte menschlicher Weisheit oder kluge Strategien gründen. Er müsse immer wieder mit dem ursprünglichen Wort in Beziehung gesetzt und von diesem beseelt werden, jenem Wort, das Gott der Kirche übergeben habe, damit es gelesen, interpretiert und in Gemeinschaft gelebt werde.

In dieser Hinsicht offenbar „die Lehre des heilige Paulus eine Kraft ganz eigener Art, die auf dem Bewusstsein der einzigen Heil bringenden Macht gründet“. Benedikt XVI. bezog sich auf die Kraft des Heiligen Geistes und betonte: „Nur der Heilige Geist, nicht menschliche Weisheit oder Beredsamkeit baut die Kirche im Glauben.“ Deshalb sei es auch ein glücklicher Umstand, dass die Synode in das Paulus-Gedenkjahr falle.

Die Synodenväter aus aller Welt, die im Oktober in Rom zusammenkommen, werden nach Worten des Heiligen Vaters die Gelegenheit haben, „miteinander zu diskutieren und sich vor allem in kollegialer Gemeinschaft zu versammeln, um auf das Wort Gottes zu hören, das Gott der liebenden Sorge seiner Kirche anvertraut hat, damit sie es mutig und mit voller Überzeugungskraft mit der Parrhesia der Apostel den Nah- und Fernstehenden verkündet“.

Benedikt XVI. fügte hinzu: „Allen muss durch die Gnade des Heiligen Geistes die Möglichkeit gegeben werden, dem lebendigen Wort Gottes zu begegnen, das Jesus Christus ist... Beten wir weiter, auf dass der Herr die Versammlung der Synode für die ganze Kirche fruchtbar mache.“