Benedikt XVI.: Die Bewahrung der christlichen Identität erfordert „Kraft, Klarheit und Mut“

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ROM, 11. Oktober 2006 (ZENIT.org).- Papst Benedikt hat am Mittwoch während der Generalaudienz an die Christen appelliert, ihre Identität selbst in widrigen Umständen nicht aufzugeben.



„Inmitten aller Versuchungen, die da sind, und trotz aller Strömungen des modernen Lebens müssen wir die Identität unseres Glaubens bewahren“, rief der Heilige Vater den rund 35.000 Pilgern entgegen, die aus allen Teilen der Welt nach Rom gekommen waren.

Die Bewahrung der eigenen Identität – ein Hauptthema des Judasbriefs, den der Papst in diesem Zusammenhang mehrmals zitierte – bedeute nicht, vom „Weg der Nachsicht und des Dialogs, den das Zweite Vatikanische Konzil glücklicherweise eingeschlagen hat“, abzugehen, im Gegenteil. Allerdings dürfe man dabei niemals darauf vergessen, „die unverzichtbaren Grundlinien unserer christlichen Identität zu bedenken und sie immer mit ebenso großer Kraft herauszustellen“.

Angesichts der widrigen Umstände der heutigen Zeit „ist es notwendig, sich vor Augen zu halten, dass diese unsere Identität Kraft, Klarheit und Mut erfordert. Aus diesem Grund fährt der Brief [des Judas, Anm. d. Red.] so fort: ‚Ihr aber, liebe Brüder’ – er spricht hier zu uns allen – ‚gründet euch auf euren hochheiligen Glauben, und baut darauf weiter, betet in der Kraft des heiligen Geistes, haltet fest an der Liebe Gottes, und wartet auf das Erbarmen Jesu Christi, unseres Herrn, der euch das ewige Leben schenkt. Erbarmt euch derer, die zweifeln…’“(Jud 1, 20-22).

Zum Glauben gehöre „die moralische Integrität und die Freude, das Vertrauen und schließlich das Lob, und dies alles kommt ja nur aus der Güte unseres einzigen Gottes und aus der Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus“, fuhr der Bischof von Rom fort.

Mit dem Rat, dem Vorbild der Heiligen Simon und Judas Thaddäus zu folgen, lud Benedikt XVI. alle dazu ein „die Schönheit des christlichen Glaubens zu entdecken, sie unermüdlich zu leben und imstande zu sein, ein starkes und zugleich ausgeglichenes Zeugnis von ihr abzulegen“.