Benedikt XVI.: Die Eucharistie, innere Mitte jeder Gemeinde

"Das geistliche Priesteramt ist für das Bestehen der kirchlichen Gemeinschaft unerlässlich"

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ROM, 17. Mai 2006 (ZENIT.org).- Zum Abschluss ihres "Ad-limina"-Besuchs in Rom ermutigte Papst Benedikt XVI. die Bischöfe aus der kanadischen Provinz Québec, den Stellenwert der Eucharistie im Leben der Kirche neu zu entdecken. In der gleichnamigen Hauptstadt dieser größten Provinz Kanadas wird der Internationale Eucharistische Kongress 2008 ausgetragen werden.



Die Begegnung, die am vergangenen Donnerstag im Vatikan stattfand, nahm der Heilige Vater zum Anlass, um zentrale Themen der "Sendung der Kirche in der kanadischen Gesellschaft" anzusprechen, die nach seinen Worten von Pluralismus, Subjektivismus und zunehmender Säkularisierung geprägt ist.

Nur durch die Wiederentdeckung des Stellenwerts der Eucharistie werde es den Bischöfen möglich sein, dem "beträchtlichen Rückgang an religiöser Praxis in den letzten Jahren" und dem "Ausbleiben der Jugendlichen bei den Eucharistiefeiern" entgegenzuwirken. Vor dem Treffen hatten die Bischöfe über die Situation in ihren Diözesen Bericht erstattet.

Die Eucharistie, Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens, vereine uns mit dem Sohn Gottes und mache uns ihm ähnlich, erklärte Papst Benedikt XVI. Die Eucharistie "baut die Kirche auf und stärkt sie in ihrer Einheit als Leib Christi", fügte er hinzu. Es handle sich nicht um eine christliche Gemeinschaft, wenn diese nicht in der Eucharistiefeier verwurzelt sei und in der Eucharistie ihre innerste Mitte habe.

In diesem Zusammenhang rief der Papst seinen Gästen die Aufgabe des Priesters in Erinnerung: "Die zentrale Rolle des Priesters, der 'in persona Christi capitis' lehrt, heiligt und die Gemeinschaft leitet, darf nicht herabgesetzt werden. Das geistliche Priesteramt ist für das Bestehen der kirchlichen Gemeinschaft unerlässlich."

Die Tätigkeiten der Laien, für deren großherzigen Dienst der Heilige Vater "zutiefst dankbar" ist, dürften niemals die Tatsache verschleiern, dass der Priesterdienst "im Leben der Kirche vollkommen unersetzlich ist. Folglich kann der priesterliche Dienst niemals anderen Menschen anvertraut werden, ohne dem wahren Wesen der Kirche zu schaden."

Wenn die Aufgaben des Priesters nicht mehr klar definiert und anerkannt seien, würden junge Männer wohl schwerlich einen solchen Dienst anstreben wollen, fuhr Benedikt XVI. fort.

Besonders positiv bewertete der Heilige Vater den Einfluss des Weltjugendtages 2002 in Toronto auf die jungen Kanadier und des von Papst Johannes Paul II. ausgerufenen "Jahres der Eucharistie", das ein neues Interesse an der Anbetung des Allerheiligsten Altarsakraments geweckt habe.