Benedikt XVI.: Die Eucharistie ist die „größte Revolution der Geschichte“

Eucharistiefeier am Hochfest des Leibes und Blutes Christi in der Lateranbasilika

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ROM, 23. Mai 2008 (ZENIT.org).- In der Eucharistie liege die „Kraft der christlichen Revolution“, die dem Menschen – gegen den Götzendienst aller Zeiten – die wahre Freiheit schenke. Mit diesen Worten wandte sich Papst Benedikt XVI. gestern, am Hochfest des Leibes und Blutes Christi, während der Heiligen Messen in der Lateranbasilika an rund 10.000 Gläubige.



Nach der Eucharistiefeier zog der Papst in feierlicher eucharistischer Prozession gemeinsam mit den Gläubigen durch die Straßen der Stadt hin zur Basilika Santa Maria Maggiore. Nach mehreren Tagen starken Regens in Rom ließen sich zu dieser Zeit erstmals wieder einige Sonnenstrahlen blicken. Der Papst führte die Prozession auf einem offenen Wagen an, auf dem er in Anbetung vor dem Sakrament verweilte.

In seiner Predigt in der Basilika hatte sich Benedikt XVI. auf die die drei wesentlichen Aspekte des Fronleichnamsfestes konzentriert: In der heiligen Messe versammelten sich die Christen um den Herrn; in der Prozession gingen sie mit ihm, und im Gehen beteten sie das eucharistische Brot an.

Vor der Eucharistie erfahre man die „tiefste Revolution des Menschheitsgeschichte“, den Zusammenschluss verschiedenster Menschen im Glauben an Christus, erklärte Papst Benedikt. Die Eucharistie könne niemals nur etwas rein Privates sein oder für Menschen, die aus Freundschaft zueinander gefunden hätten. „Die Eucharistie ist ein öffentlicher Kult, der nichts Esoterisches oder Ausschließliches an sich hat.“

In diesem Sinn rief der Papst zur Wachsamkeit gegenüber den „häufigen Versuchungen zum Individualismus“ auf, durch die man trotz eines guten Willens häufig den entgegengesetzten Weg einschlage. Vielmehr sollte man gemeinsam und mit dem Herrn gehen, der uns von unserer Lähmung befreie und uns erneut aufstehen und wieder in die richtige Richtung gehen lasse.

„Wie könnten wir ohne den ‚Gott-mit-uns‘, den nahen Gott, auf der Pilgerreise des Daseins ausharren, sowohl alleine als auch als Gemeinschaft und Völkerfamilie?“ Die Eucharistie sei jenes Sakrament Gottes, „das uns nicht alleine auf dem Weg lässt, sondern sich an unsere Seite stellt und uns die Richtung weist“. Denn voranzuschreiten genüge nicht. Es müsse darauf geachtet werden, wohin man geht.

„Der Fortschritt ist nicht ausreichend, wenn es keine Bezugskriterien gibt“, mahnte der Papst. Gott habe uns als freie Wesen geschaffen, uns aber nicht alleine gelassen: „Er selbst hat sich zum Weg gemacht und ist gekommen, um mit uns zu gehen, damit unsere Freiheit auch einen Maßstab bekommt, um den richtigen Weg zu erkennen und um ihn dann auch einzuschlagen.“

Benedikt XVI. verwies auch auf die Bedeutung der eucharistischen Anbetung. Das aus Liebe zu uns gebrochene Brot anzubeten, sei das wertvollste und radikalste Heilmittel gegen die Götzendienste von gestern und heute. Der Kniefall vor der Eucharistie sei „Bekenntnis der Freiheit“. Und Papst Benedikt bekräftigte: „Wer sich vor Christus beugt, kann und darf sich vor keiner anderen irdischen Macht beugen, und sei sie noch so stark.“ Die Christen beugten sich vor einem Gott, der sich – als der barmherzige Samariter – als erster über den Menschen gebeugt habe, um ihm zu helfen und ihm das Leben zu schenken.

Den Leib Christi anzubeten bedeute, dass wir glauben, dass im gebrochenen Brot wirklich Christus gegenwärtig sei, „der dem Leben wahren Sinn gibt – dem unendlichen Universum genauso wie dem kleinsten der Geschöpfe, der ganzen Menschheitsgeschichte genauso wie dem kürzesten Dasein“. Die Anbetung verlängere die eucharistische Feier und Gemeinschaft. In ihr fahre die Seele fort, sich aus Wahrheit, Frieden und Hoffnung zu nähren.