Benedikt XVI.: Die Fackel der Hoffnung Johannes Pauls II. weitertragen

Gedenkmesse zum vierten Todestag

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ROM, 3. April 2009 (ZENIT.org).- Papst Johannes Paul II. ist nach Worten Benedikts XVI. ein kühner und wagemutiger Verteidiger Christi gewesen, dem es gelungen sei, Hoffnung zu vermitteln.

In der Gedenkmesse anlässlich des vierten Todestags des großen Papstes aus Polen, die gestern, am 2. April, im Petersdom gefeiert wurde, wies Papst Benedikt darauf hin, dass die Erinnerung an Johannes Paul II. weiterhin im Herzen der Menschen lebendig sei. Beweis hierfür sei die Tatsache, dass die Gläubigen ununterbrochen zu seinem Grab in der Krpyta des Petersdomes pilgerten. Nach der Eucharistiefeier besuchte der Papst ebenfalls das Grab seines Vorgängers, um in Stille zu beten.

Der Heilige Vater hatte am vergangenen Sonntag während des Angelusgebets besonders die Jugend der Stadt Rom eingeladen, an der Gedenkmesse teilzunehmen und sich so auf den 24. Weltjugendtag vorzubereiten, der unter dem Motto „Wir haben unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt“ (1 Tim 4,10) steht und übermorgen, am Palmsonntag, auf diözesaner Ebene begangen wird. Zahlreiche Jugendliche aus aller Welt waren der Einladung gefolgt. Der Papst forderte sie auf, „Oasen der Hoffnung“ für die moderne Gesellschaft zu werden. Gleichzeitig rief der Papst sie auf, die christliche Hoffnung nicht zu einer Ideologie werden zu lassen, zu einem „Gruppenslogan“ oder zu einer rein äußerlichen Verkleidung. Christus wolle, dass jeder eine „kleine Quelle der Hoffnung für den Nächsten“ sei.

Nur ein Leben aus Christus und in Christus mache es möglich, die „Flamme jener Liebe“ weiterzugeben, die Christus auf Erden entzündet habe, und die Fackel des Glaubens und der Hoffnung hochzuhalten. Diese Fackel habe Johannes Paul II. den Menschen als Erbe hinterlassen. „Er hat sie an mich, seinen Nachfolger, weitergegeben; und ich überreiche sie heute Abend im Geiste erneut und in besonderer Weise euch, den Jugendlichen von Rom, damit ihr fortfahrt, Wachposten des Morgens zu sein, wachsam und freudig an diesem anbrechenden dritten Jahrtausend.“

Christus zu bezeugen erfordere Mut. Benedikt XVI. rief den Gläubigen ins Gedächtnis, dass sich Karol Wojtyla von Jugend an als ein „kühner und wagemutiger Verteidiger Christi“ erwiesen habe. Er habe nicht gezögert, für Christus all seine Energien aufzuwenden, um überall das Licht zu verbreiten. Johannes Paul II. sei nicht zu Kompromissen bereit gewesen, wenn es darum ging, die Wahrheit zu verkündigen und zu verteidigen.

Die geistliche Erfahrung Johannes Pauls II. zeige, dass Gott das aufrichtige und großherzige Engagement dessen Früchte tragen lasse, der sich auch inmitten von großen Schwierigkeiten dazu entscheide, für das Evangelium Zeugnis abzulegen. Beweis hierfür seien die vielen Berufungen, die unter seinem Pontifikat geweckt worden seien. „Wie viele Jugendliche haben sich bekehrt oder ihren christlichen Weg fortgesetzt dank seines Gebets, seiner Ermutigung, seiner Unterstützung und seines Vorbilds!“

Wenige Monate vor dem Beginn des Jahres, das in besonderer Weise den Priestern gewidmet sein wird, ermutigte Papst Benedikt dazu, sich bereit zu machen für den Ruf Jesu.

Abschließend erinnerte Benedikt XVI. die Gläubigen an den Sterbetag von Johannes Paul II. vor vier Jahren und an die Scharen von Menschen, die dieses Ereignis mit ihrem Gebet begleitet hatten. Der Heilige Vater brachte die lebhafte Hoffnung zum Ausdruck, dass Johannes Paul II. nicht aufhören möge, die Menschen vom Himmel aus zu begleiteten und für sie Fürsprache zu halten. „Er helfe einem jeden von uns so zu leben, wie er es getan hat, und Tag für Tag voller Vertrauen Gott durch Maria zu sagen: Totus tuus.“