Benedikt XVI.: Die Fastenzeit - „Weg der Umkehr“, „Weg hin zur Taufe“

40 Tage der Einkehr in den Spuren Christi

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ROM, 6. Februar 2008 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. wies am Vormittag des heutigen Aschermittwochs den Gläubigen den Weg in die Fastenzeit. Vor rund 5.000 Pilgern aus aller Welt, die zur Generalaudienz in die Audienzhalle Pauls VI. gekommen waren, beschrieb der Papst die kommenden 40 Tage als einen Weg des Christseins, das sich als Christwerden verwirkliche.



Der Heilige Vater erläuterte, dass die Fastenzeit eine intensive liturgische Zeit sei, die auf Ostern, das Herz des Kirchenjahres und des christlichen Daseins, vorbereite und dazu auffordere, sich entschlossener um ein christliches Leben zu bemühen. Der Ritus der Aschenauflegung führe in die Fastenzeit ein, die eine „große Zeit der geistlichen Einkehr ist, die vierzig Tage dauert“.

Die Atmosphäre der Fastenzeit helfe den Gläubigen, das Geschenk des mit der Taufe empfangenen Glaubens neu zu entdecken. Sie dränge alle zum Bußsakrament, um so den Einsatz für die Umkehr unter das Zeichen der göttlichen Barmherzigkeit zu stellen.

Benedikt XVI. erinnerte die Audienzteilnehmer daran, dass die Fastenzeit bereits in der Urkirche eng an die Sakramente der Taufe und der Eucharistie gebunden war: „Die Fastenzeit wurde als die Zeit des Christwerdens angesehen, was sich nicht in einem einzigen Moment verwirklichte, sondern einen langen Weg der Umkehr und der Erneuerung erforderte.“ Die Fastenzeit helfe somit, das Bewusstsein wach zu halten, „dass Christsein sich immer als ein neues Christwerden verwirklicht“.

Die Liturgie des Aschermittwochs führe dem Menschen vor Augen, dass er ein begrenztes Geschöpf sei. Somit rufe sie ihn zur Wahrheit des menschlichen Daseins auf; sie bestehe darin, dass er Geschöpf ist, das der Umkehr und Buße bedarf.

Erklärt der Mensch Gott gegenüber seine totale Autonomie, so werde er „Sklave seiner selbst, und findet sich oft in einer trostlosen Einsamkeit wieder“. Umkehr heißt für Benedikt XVI., in die liebenden Arme Gottes zurückzukehren und sich ihm als Adoptivkind anzuvertrauen: „Umkehren bedeutet also: sich von Jesus erobern lassen, und mit ihm zum Vater ‚zurückkehren’“.

Dies heißt, so der Papst, in die Schule Jesus zu gehen und ihm ganz nachzufolgen, denn echtes Glück und echte Freude gebe es nur bei Gott. Der Weg der Umkehr der Fastenzeit werde somit zur „Zeit der Gnade, um unsere kindliche Hingabe in die Hände Gottes zu erneuern“.

Benedikt XVI., erinnerte daran, dass die Fastenzeit mit spezifischen Verpflichtungen verbunden ist: dem Gebet, dem Fasten und dem Almosengeben. Der Papst verwies in diesem Zusammenhang auf seine Botschaft zur Fastenzeit 2008. Mit ihr wollte er „bei der Überlegung zur Praxis des Almosens verweilen, die eine konkrete Weise darstellt, dem Notleidenden zu Hilfe zu kommen, und gleichzeitig eine asketische Übung zur Befreiung von der Gebundenheit an die irdischen Güter ist“ (1).

Das Leben des Christen müsse eine Gabe werden. Wenn man Jesus nachahme, wachse die Bereitschaft, nicht nur anderen etwas vom eigenen Besitz zu überlassen, sondern sich selbst hinzuschenken.

„Die Praxis des Almosens in der Fastenzeit wird also zu einem Mittel, in unserer christlichen Berufung voranzuschreiten. Wenn der Christ sich hingibt ohne zu zählen, bezeugt er: Nicht der materielle Reichtum diktiert die Gesetze der Existenz, sondern die Liebe“ (Botschaft zur Fastenzeit 2008, 5).