Benedikt XVI.: Die Liebe Gottes sichtbar machen

Generalaudienz im Zeichen des heiligen Kirchenvaters Eusebius von Cäsarea (* 260–264 in Palästina; † 337–340)

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ROM, 13. Juni 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. bekräftigte am Mittwoch während der Generalaudienz, dass uns der heilige Eusebius, Bischof von Cäsarea und „erster Historiker des Christentums“, dazu einlade, die großen Werke zu betrachten und zu bestaunen, die Gott im Lauf der Geschichte zum Heil der Menschen vollbracht hat, sowie persönlich umzukehren zu einem Leben, das von der Liebe Gottes kündet.



Papst Benedikt bezeichnete Eusebius von Cäsarea aus dem 3./4. Jahrhundert nach Christus als einen „unermüdlichen Gelehrten“, der zum „Vater der Kirchengeschichtsschreibung“ wurde und obendrein „der größte Philologe der alten Kirche“ gewesen sei.

„Eusebius war ein aufrichtiger Bewunderer Konstantins, der der Kirche den Frieden gegeben hatte, und genoss seinerseits dessen Hochachtung und Wertschätzung. Er feierte den Kaiser nicht nur in seinen Werken, sondern auch mit offiziellen Ansprachen, die er zum 20. und 30. Jahrestag seiner Thronbesteigung und nach seinem Tod im Jahr 337 hielt. Zwei oder drei Jahre später starb auch Eusebius.“

Das wichtigste Werk, das uns Eusebius hinterlassen hat, sind in den Augen des Papstes „die zehn Bücher seiner Kirchengeschichte“, die auch heute noch grundlegend seien. In diesen Schriften „scheinen das Erbarmen und das Wohlwollen des Heilands hindurch. Eusebius eröffnet so die kirchliche Geschichtsschreibung und stößt mit seiner Erzählung bis zum Jahr 324 vor, dem Jahr, in dem Konstantin nach der Niederlage des Licinius zum einzigen Kaiser Roms ausgerufen wurde.“

Die Geschichte des ersten Historikers der Christenheit „ist eine christozentrische Geschichte, in der sich nach und nach das Geheimnis der Liebe Gottes zu den Menschen offenbart“. Darüber hinaus sei in ihr stets eine „moralische Absicht“ vorhanden, was den Heiligen Vater zur Feststellung veranlasste: „Die historische Analyse ist nie Zweck an sich; sie dient nicht nur dazu, die Vergangenheit kennen zu lernen; sie zielt vielmehr entschieden auf die Umkehr und auf ein echtes Zeugnis christlichen Lebens seitens der Gläubigen.“

Eusebius fordere die Christen heraus, ihre Haltung in Bezug auf die Kirche zu überdenken, damit sie zu einer Haltung werde, „die voller Liebe ist und offen für das Geheimnis“ – „die Haltung dessen, der weiß – durch den Glauben –, dass er in der Geschichte der Kirche die Zeichen der Liebe Gottes und die großen, von ihm vollbrachten Heilswerke aufspüren kann“.

Wer eine solche Haltung einnehme, der kommt nach Worten Benedikts XVI. nicht umhin, sich „zu einer kohärenteren und großherzigeren Antwort, zu einem christlicheren Lebenszeugnis“ gedrängt zu fühlen wie auch zum Vorsatz, „die Zeichen der Liebe Gottes auch den kommenden Generationen zu hinterlassen“.

Angesichts der Liebestaten Gottes, ja „vor einem Gott, der uns so sehr geliebt hat, dürfen wir nicht untätig bleiben“, fuhr Benedikt XVI. fort. „Die der Liebe eigene Forderung besteht darin, dass das ganze Leben auf die Nachahmung des Geliebten ausgerichtet sei. Lasst uns also alles tun, um in unserem Leben eine Spur zu hinterlassen, die Gottes Liebe durchscheinen lässt.“

An seine Landsleute und die Pilger aus dem deutschsprachigen Raum gewandt, bekräftigte der Papst: „Liebe Freunde, in der Geschichte der Kirche sehen wir Gottes große Taten zum Heil der Menschen. Dankbar dem Herrn für sein gütiges Wirken wollen wir als gläubige Christen die Gegenwart mitgestalten und mithelfen, dass Gottes Liebe zu den Menschen kommt.“