Benedikt XVI.: Die Liebe ist der \"Schlüssel\" zum christlichen Leben und zum Frieden in der Welt

Generalaudienz im Zeichen des \"neuen Liedes\" (Psalm 144, 9-15)

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ROM, 26. Januar 2006 (ZENIT.org).- Am Abschlusstag der Gebetswoche für die Einheit der Christen rief Papst Benedikt XVI. am Mittwoch die Christen und alle Menschen guten Willens dazu auf, sich engagiert für Frieden und Eintracht in der Welt einzusetzen. Diese Bemühung werde Früchte hervorbringen, wenn man sich von der Liebe Jesu Christi mitreißen und leiten lasse.



Das Bild einer \"fröhlichen neuen Welt, die im Begriff ist, sich durchzusetzen\", das in den letzten Versen von Psalm 144 gezeichnet wird, könne \"auch für uns ein Vorzeichen für die Geburt einer gerechteren Gesellschaft sein\", erklärte der Heilige Vater vor Tausenden von Gläubigen während der Generalaudienz. \"Alle zusammen müssen wir unter der Führung Christi, des Messias, für dieses Projekt der Eintracht und des Friedens arbeiten, indem wir das zerstörerische Wirken des Hasses, der Gewalt, des Krieges unterbinden.\" Dazu sei allerdings Bedingung, \"sich auf die Seite des Gottes der Liebe und der Gerechtigkeit zu stellen\".

Benedikt XVI. hob hervor, dass Gott als höchstes aller Güter die Voraussetzung für alle übrigen Güter sei. Und er bekräftige: \"Nur ein Volk, das Gott anerkennt und die spirituellen und moralischen Werte verteidigt, kann wirklich einem tiefen Frieden entgegengehen und sich zugleich in eine Friedenskraft verwandeln – für die Welt und für die anderen Völker.\"

In diesem Zusammenhang erinnerte der Heilige Vater an die grundlegende Bedeutung der Liebe, das zentrale Thema seiner ersten Enzyklika \"Deus caritas est\". Mit dem heiligen Augustinus zeigte er, dass der Psalmist mit der zehnsaitigen Harfe, mit der er sein \"neues Lied\" auf den Messias begleitet, das Gesetz meine, \"das in den Zehn Geboten zusammengefasst wird. Aber zu diesen zehn Saiten, diesen zehn Geboten, müssen wir den passenden Schlüssel finden\", rief der Papst den Pilgern zu. \"Nur wenn man diese zehn Seiten, diese zehn Gebote, mit der Liebe des Herzen zum Schwingen bringt, so sagt Augustinus, klingen sie gut. Die Caritas ist die Fülle des Gesetzes. Wer die Gebote als Dimensionen der einzigen Liebe lebt, singt wahrhaftig ein \'neues Lied\'. Die Liebe, die uns die Gefühle Christi teilen lässt, ist das echte \'neue Lied\' des \'neuen Menschen\', der imstande ist, auch eine \'neue Welt\' zu schaffen.\"

In diesem Sinn lade dieser Psalm dazu ein, \"die zehn Gebote in der Dimension der Liebe zu leben, um dadurch am Frieden und an der Eintracht in der Welt beizutragen\".