Benedikt XVI.: Die Lüge zurückweisen, Verständnis und Wertschätzung pflegen

Ein Mensch des Friedens begibt sich in die Schule der „Weisheit von oben“

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ROM, 21. September 2009 (ZENIT.org).- „Wenn es jedem in seinem Umfeld gelänge, in Absichten, Worten und Handlungen die Lüge und die Gewalt zurückzuweisen und sorgsam Gefühle der Achtung, des Verständnisses und der Wertschätzung gegenüber den anderen zu pflegen, so würden vielleicht nicht alle Probleme des täglichen Lebens gelöst werden, aber es könnte ihnen gelassener und wirkungsvoller entgegengetreten werden.“ Das bekräftigte Papst Benedikt XVI. gestern, Sonntag, beim Angelusgebet in Castel Gandolfo.



Der Papst betrachtete anhand der zweiten Lesung des 25. Sonntags im Jahreskreis (Jak 3,16-4,3) die Eigenschaften der göttlichen Weisheit. Ihr erstes Merkmal ist die Reinheit, die nichts anderes ist als Heiligkeit, sprich „der transparente Widerschein Gottes in der menschlichen Seele“. Und da die Weisheit von Gott komme, habe sie es auch nicht nötig, „sich mit Gewalt aufzudrängen, weil sie die unbesiegbare Kraft der Wahrheit und der Liebe enthält, die sich von selbst bestätigt“.

Benedikt XVI. lud die anwesenden Gläubigen dazu ein, die Weisheit im Leben Jesu zu betrachten und vom Sohn Gottes zu lernen, selbst weise zu sein. „Wo Frieden herrscht - schreibt der heilige Jakobus - wird für die Menschen, die Frieden stiften, die Saat der Gerechtigkeit ausgestreut“, erklärte Papst Benedikt mit Worten aus der Tageslesung, und fügte sofort hinzu: „Um aber Werke des Friedens zu tun, muss man ein Mensch des Friedens sein und sich in die Schule der 'Weisheit von oben' begeben, um deren Qualität anzunehmen und ihre Wirkungen hervorzubringen.“

Mit Blick auf seinen bevorstehenden Besuch in die Tschechische Republik bemerkte Papst Benedikt XVI.: „Die Tschechische Republik liegt im Herzen Europas, und nachdem sie die Dramen des letzten Jahrhunderts erlebt hat, braucht sie - wie der ganze Kontinent - eine Neuentdeckung des Glaubens und der Hoffnung. Auf den Spuren meines geliebten Vorgängers Johannes Paul II., der dieses Land dreimal besuchte, will ich die heroischen Zeugen des Evangeliums in alter wie in neuester Zeit ehren und alle ermutigen, in Liebe und Wahrheit voranzuschreiten.“

Der Leiter des Presseamtes des Heiligen Stuhls, P. Federico Lombardi SJ, hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, dass der Heilige Vater die Christen und allen voran die Jugendlichen in der Tschechischen Republik ermutigen wolle, weiterhin „ein tapferes Zeugnis für den Glauben“ abzulegen. Ein besonderer Höhepunkt werde deshalb auch die Begegnung mit den jungen Menschen am dritten und letzten Besuchstag, dem 28. September, im Marienwallfahrtsort Stara Boleslav (Altbunzlau) sein.

Am Samstag, dem 26. September, wird Benedikt XVI. dem Prager Jesuskind seine Aufwartung machen, und am Sonntag, dem 27. September, wird er in Brno (Brünn) ein Pontifikalhochamt feiern.

Weiterführende Links:

-- Offizielle Homepage zum Papstbesuch in der Tschechischen Republik

-- Das Programm des Pastoralbesuchs im Überblick