Benedikt XVI.: Die Menschenrechte gründen im Schöpfergott

Zum 60. Jahrestag der Menschenrechtserklärung

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ROM, 11. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Die Menschenrechte gründen im Schöpfergott. Dies bekräftige Papst Benedikt XVI. am gestrigen Abend anlässlich des 60. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Die Menschenrechtscharta Es wurde am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Palais de Chaillot in Paris genehmigt und verkündet und bildet die Grundlage des humanitären Völkerrechts.

Zur Feier des Jahrestages hatte der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden im Vatikan ein Konzert organisiert. Das Brandenburgische Staatsorchester unter der Leitung von Inma Shara brachte Werke von Mendelssohn, Mozart, Ponchielli und De Falla zur Ausführung. Bei dem Konzert war auch der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano anwesend.

In seiner Ansprache nach dem künstlerischen Ereignis betonte Benedikt XVI., dass die Würde des Menschen nur dann wirklich gewährleistet ist, wenn seine Grundrechte anerkannt, geschützt und gefördert werden.

Die Kirche betone ihrerseits von jeher, dass die Grundrechte, wie auch immer sie in den verschiedenen Kulturen gewichtet sind, eine universale Gegebenheit darstellen, da sie zur Natur des Menschen gehören.

Das natürliche Sittengesetz, das der Schöpfer in das menschliche Bewusstsein eingeschrieben hat, sei allen Menschen und Völkern gemeinsam. Es handle sich dabei um einen universalen Leimaßstab, den alle erkennen und auf dessen Grundlage alle einander verstehen könnten.

Aus diesem Grund, so der Papst, seien die Menschenrechte „letztlich im Schöpfergott gegründet, der einem jeden Vernunft und Freiheit gegeben hat".

„Wenn man von dieser festen ethischen Grundlage absieht, bleiben die Menschenrecht schwach, da ihnen eine feste Grundlage fehlt."

Für Benedikt XVI. bildet der 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte eine Gelegenheit, um zu verifizieren, „in welchem Maß die Ideale, die vom Großteil der Gemeinschaft der Nationen im Jahr 1948 akzeptiert worden sind, heute in den verschiedenen nationalen Gesetzeswerken und - mehr noch - im Gewissen der Einzelnen und der Kollektivität respektiert werden".

Obwohl ein langer Weg zurückgelegt worden sei, liege noch ein langes Wegstück vor uns, da hunderte Millionen von Menschen nach wie vor in ihrem Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit bedroht werden. Nicht immer „ist die Gleichheit unter allen und die Würde eines jeden einzlenen geachtet, während neue Barrieren aufgrund der Rasse, der Religion, der politischen Meinungen oder anderer Überzeugungen errichtet worden sind".

Der Heilige Vater mahnte, dass das gemeinsame Engagement zur Förderung und besseren Definition der Menschenrechte nicht aufhöre. Es sollten zudem die Anstrengungen gestärkt werden, um deren Achtung zu gewährleisten.