Benedikt XVI.: Die Schwächsten sind in den Augen Gottes am wertvollsten

Aufruf zur liebevollen Fürsorge für kranke und leidende Kinder

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ROM, 17. November 2008 (ZENIT.org).- Jedes kranke Kind – besonders das schwerkranke – ist in den Augen Benedikts XVI. ein Aufruf: Es verlange danach, dass man es mit der bestmöglichen fachlichen Kompetenz und dem größtmöglichen Maß an Menschlichkeit behandelt.



Kinder dürften nie zu reinen Experimentiergegenständen werden, mahnte der Papst, der am Samstagvormittag (15. November) die Teilnehmer der 23. Internationalen Konferenz des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst im Vatikan willkommen hieß. Die dreitägige Konferenz, die am Samstag zu Ende ging, beleuchtete das Thema: „Die Seelsorge bei der Behandlung von kranken Kindern“.

Papst Benedikt gab vor seinen Gästen zu Bedenken, dass das rechte Maß in der Therapie gefunden werden müsse – so dass keine Übertherapierung stattfinde – und dass stets die Kommunikation mit den Angehörigen gewährleistet sein müsse. Darüber hinaus bedürfe es der Solidarität, „wenn die Krankheit eines Kindes die Tochter eines der vielen Antlitze der Armut ist“.

Der Heilige Vater lobte das Anliegen der Konferenz, auf die schwierige Lage der Kinder in vielen Teilen der Welt aufmerksam zu machen, und er würdigte die großen medizinischen Fortschritte, die in den letzten 50 Jahren erzielt worden seien. Sie hätten die Kindersterblichkeit erheblich reduziert. Dennoch sei in diesem Bereich noch viel zu tun, mahnte er. Heute bestehe die große Herausforderung vor allem darin, noch verbreitete Kinderkrankheiten zu verhindern und die Gesundheit aller Kinder zu fördern.

Die medizinische Forschung stehe oft vor schweren Entscheidungen, wenn es um angemessene Therapien gehe. Der Arzt müsse dabei immer das wahre Wohl des Kindes im Auge haben, das in seiner Würde als menschliches Rechtssubjekt mit allen Rechten zu betrachten sei.

Der Kranke – und das kranke Kind ganz besonders – verstehe die Sprache der Milde und der Liebe, die durch einen fürsorglichen, geduldigen und großherzigen Dienst zum Ausdruck komme, fuhr der Papst fort.

Jeder Mensch habe einen Wert an sich, da er als Ebenbild Gottes geschaffen sei; und in den Augen Gottes sei jener am wertvollsten, der in den Augen des Menschen am schwächsten sei. Aus diesem Grund müsse gerade das ungeborene, aber bereits kranke Kind mit besonderer Liebe angenommen werden.

Der Papst erinnerte seine Gäste in diesem Zusammenhang auch an die Waisenkinder und all jene, die aufgrund von Armut und zerrütteten Familienverhältnissen verlassen leben müssten, an die Aidskranken und die Kriegsopfer. „Ich denke an die Kindheit, die aufgrund von Armut, Dürre und Hunger stirbt.“

Die Kirche vergesse diese ihre Kinder nicht, betonte Benedikt XVI. Wenn sie einerseits die Initiativen der reicheren Länder zur Verbesserung der Lebensbedingungen befürwortete, nehme sie andererseits stark die Pflicht wahr, all diesen Schwestern und Brüdern größere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, damit diese „vertrauensvoll und zuversichtlich auf das Leben blicken können“.

A bschließend würdigte Benedikt XVI. all jene, die sich für die Kinder einsetzen. Besonders erwähnte der Papst das vatikanische Kinderkrankenhaus „Bambino Gesù“ sowie die zahlreichen katholischen Gesundheitsverbände, die nach dem Vorbild des barmherzigen Samariters den Leidenden beistehen.