Benedikt XVI.: Die Verbreitung des Evangeliums bedeutet Frieden für Afrika

\"Ad-limina\"-Besuch der Bischöfe aus der Demokratischen Republik Kongo

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ROM, 30. Januar 2006 (ZENIT.org).- Die Verbreitung des Evangeliums sollte die verschiedenen Volksgruppen in der Demokratischen Republik Kongo zu einer einzigen Familie zusammenzuführen. Dieses Ziel formulierte Papst Benedikt am Freitag in seiner Ansprache vor den Bischöfen dieses drittgrößten afrikanischen Staates, die in Rom ihren \"Ad-limina\"-Besuch absolvierten.



Der Heilige Vater sprach die \"tiefen Wunden\" an, die die Gewalt im Gedächtnis vieler Afrikaner hinterlassen habe, und bedankte sich bei den Bischöfen ausdrücklich für deren Verurteilung der \"Erpressungen\" in ihrem Land sowie für ihre Mahnung an die öffentlichen Verantwortungsträger, \"Verantwortungsbewusstsein und Mut zu zeigen, damit die Bevölkerung in Frieden und Sicherheit leben kann\".

Einem in der vergangenen Woche veröffentlichten Bericht von \"Caritas Internationalis\" zufolge sind allein in der südkongolesischen Provinz Katanga 100.000 Menschen aufgrund von kriegerischen Auseinandersetzungen vertrieben worden. Formal wurde der Krieg im Jahr 2003 für beendet erklärt. Der Konflikt war 1998 im Gebiet der großen afrikanischen Seen ausgebrochen und kostete rund 3 Millionen Menschen das Leben.

\"Weltkrieg\"

Viele Beobachter haben die Kriegshandlungen im Kongo als \"den ersten afrikanischen Weltkrieg\" bezeichnet, denn zahlreiche Guerillabewegungen hatten sich wegen der Unterstützung der Nachbarländer an ihnen beteiligt.

In seiner Ansprache auf Französisch ermutigte der Bischof von Rom seine kongolesischen Brüder im Bischofsamt, mit ihrer \"gemeinsamen und kühnen Arbeit\" fortzufahren und mit großer Wachsamkeit den Friedensprozess zu fördern. \"Ich wünsche mir, dass jeder von euch die notwendigen Mittel zur Verfügung stellt, um die zentrale Frage nach dem Friedensvorschlag zu bewerten, den das Evangelium anbietet, und pastorale Konsequenzen für das Leben der Ortsgemeinden zu ziehen.\" Ziel dieser Analyse sei es, \"den apostolischen Eifer der Seelsorger und der Gläubigen\" zu erneuern, damit \"der moralische, geistige und materielle Wiederaufbau die Gemeinden zu einer einzigen Familie zusammenführt – zu einem Zeichen der Brüderlichkeit für eure Zeitgenossen.\"

Rund 50 Prozent der 60 Millionen Kongolesen, die 200 verschiedenen Volksgruppen angehören, sind Katholiken.