Benedikt XVI.: Die Verkündigung des Evangeliums als Dienst an der Jugend

Ansprache an die Bischöfe aus der Lombardei (Italien)

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ROM, 7. Februar 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. brachte gegenüber den Bischöfen aus der Lombardei, die in den vergangenen Tagen ihren „Ad-limina“-Besuch absolviert hatten, unmittelbar vor der Generalaudienz am Mittwochvormittag seine Besorgnis über die Welt der Jugendlichen zum Ausdruck.



Um den gegenwärtigen Trends entgegenzuwirken, bedürfe es der Verkündigung des Evangeliums, betonte der Heilige Vater mit Blick auf jene Orte, „wo die negativen Tendenzen der Kultur des Konsums, des Säkularismus und des Individualismus zum Vorschein kommen, wo neue und alte Formen der Armut festzustellen sind, verbunden mit Besorgnis erregenden Zeichen der Unzufriedenheit unter den Jungendlichen und Phänomenen der Gewalt und Kriminalität“.

Benedikt XVI. bezog sich bei dem Zusammentreffen mit den italienischen Hirten im Petersdom indirekt auf die schweren Vorfälle in Catania, wo es am vergangenen Wochenende zu schweren Auseinandersetzungen zwischen randalierenden Fußballfans und der Polizei gekommen war. Ein Polizeiinspektor kam ums Leben. Zu den Hauptverantwortlichen der Straßenschlacht gehörten zahlreiche Minderjährige.

Der Papst stellte in diesem Zusammenhang fest, dass das italienische Volk „große ideelle und moralische Ressourcen vorweisen kann, auch wenn die Institutionen, die für die Erziehung verantwortlich sind, einen schwierigen Augenblick durchlaufen“.

Mit Blick auf die Jugendarbeit sprach Benedikt XVI. von einem sehr weiten Betätigungsfeld: Einerseits müssten die Kultur des menschlichen Lebens und der Gesetzlichkeit verteidigt und gefördert werden; andererseits bedürfe es einer immer konsequenteren persönlichen und gemeinschaftlichen Bekehrung hin zu Christus.

„Um in der Treue zum Menschen zu wachsen, der nach dem Abbild des Schöpfers geschaffen ist, ist es notwendig, auf kohärente Weise immer tiefer in das Geheimnis Christi einzudringen und seine Heilsbotschaft zu verbreiten.“

Benedikt XVI. rief die Bischöfe dazu auf, das Zeugnis für das Evangelium zu intensivieren, damit die Christen unter der Leitung des Heiligen Geist, der in der Kirche und in den Herzen der Gläubigen wie in einem Tempel wohne, in jedem Bereich der Gesellschaft lebendige Zeichen der übernatürlichen Hoffnung seien. Die Gestalt Jesu dürfe man nicht nur aus „zweiter Hand“ kennen; man sollte ihr persönlich begegnen, vor allem in der Liturgie, im Gebet und im Dienst am Nächsten.