Benedikt XVI.: Einwanderer und Flüchtlinge mit den Augen Jesu betrachten

Papstbotschaft zum 92. Welttag der Migranten und Flüchtlinge

| 565 klicks

ROM, 28. Oktober 2005 (ZENIT.org).- Angesichts der zahlreichen Menschen, die in fremden Ländern um Asyl ansuchen und eine bessere Zukunft erhoffen, erinnert Papst Benedikt XVI. daran, dass man solche Menschen immer mit den Augen Jesu betrachten und ihnen in ihrer Not beistehen müsse.



Diesen Rat gibt der Heilige Vater in seiner neuen Botschaft zum 92. Welttag der Migranten und Flüchtlinge, der am 15. Januar 2006 begangen wird und am heutigen Freitag von dem japanischen Kardinal Stephen Fumio Hamao, Präsident des Päpstlichen Rates der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs, im Vatikan vorgestellt wurde.

In seinem Schreiben analysiert der Heilige Vater unter anderem die gegenwärtige Lage der Asylanten und Flüchtlinge. Er bittet darum, ernsthaft über die Gründe nachzudenken, die diese Menschen dazu veranlassen, ihrer Heimat den Rücken zuzukehren.

\"Die Kirche betrachtet diese Welt des Leids und der Gewalt mit den Augen Jesu, der Mitleid mit den vielen Menschen hatte, die müde und erschöpft waren wie Schafe, die keinen Hirten haben (vgl. Mt 9, 36)\", schreibt der Bischof von Rom. \"Hoffnung, Mut, Liebe und auch eine \'Phantasie der Liebe\' sollten unser notwendiges menschliches und christliches Engagement inspirieren, um diesen Schwestern und Brüdern in ihrer Not beizustehen.\" Die Kirchen in den Heimatländern der Betroffenen bittet der Papst, Seelsorger zu entsenden, damit die Asylanten und Flüchtlinge von Menschen betreut werden könnten, die ihre Sprache sprechen und sie verstehen. Dies könne \"durch einen liebevoll geführten Dialog mit den Teilkirchen geschehen, in denen sie Aufnahme finden\".

Nachdrücklich verurteilte der Heilige Vater den Menschenhandel: In einigen Fällen würden Frauen und Mädchen dazu gebracht werden, \"in ihrer Arbeit fast wie Sklavinnen ausgebeutet zu werden, nicht selten auch in der Sex-Industrie. Auch wenn ich jetzt nicht näher auf die Folgen dieses Aspekts der Migration eingehen kann, mache ich mir dennoch die Anklage zu Eigen, die Johannes Paul II. \'gegen die verbreitete, von Genusssucht und Geschäftsgeist bestimmte Kultur\' ausgesprochen hat, \'die die systematische Ausbeutung der Sexualität fördert, indem sie auch Mädchen im jungen Alter dazu anhält, in die Fänge der Korruption zu geraten und sich für die Vermarktung ihres Körpers herzugeben\' (Brief an die Frauen, 5). Diese Zeilen eröffnen ein ganzes Programm der Erlösung und Befreiung, dem sich die Christen nicht entziehen können.\"