Benedikt XVI. empfängt chilenische Staatspräsidentin

„Die katholische Kirche hat eine wichtige Rolle gespielt, als es in unserer Geschichte schwierige Zeiten gab“

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ROM, 18. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Am Donnerstagvormittag empfing Papst Benedikt XVI. die Präsidentin der Republik Chile, Michelle Bachelet Jeria, im Vatikan. Wie der vatikanische Pressesaal mitteilte, dauerte die Begegnung insgesamt 40 Minuten. Sie sei von einer herzlichen Atmosphäre gekennzeichnet gewesen.



Im Anschluss an die Privataudienz mit dem Heiligen Vater traf die Präsidentin mit Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone und dem Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten (dem „Außenminister“ des Heiligen Stuhls), Erzbischof Dominique Mamberti, zusammen.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen in erster Linie die großen Herausforderungen, vor die sich die Republik Chile gestellt sieht, sowie die Rolle des Landes auf dem südamerikanischen Kontinent. Nach dem Pressekommuniqué wurden Themen von allgemeinem Interesse erörtert: das menschliche Leben, Familie, Erziehung, Menschrechte, Gerechtigkeit und Friede sowie weitere international bedeutsame Fragestellungen. Insbesondere wurde der positive Beitrag der katholischen Kirche für das Wohl der ganzen chilenischen Gesellschaft hervorgehoben, besonders im Sozialbereich und im Erziehungswesen.

Gegenüber „Radio Vatikan“ bekräftigte die chilenische Staatspräsidentin, dass die Begegnung mit Benedikt XVI. eine gute Möglichkeit gewesen sei, um dem Papst alle Bemühungen Chiles hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat zu erläutern. „Die katholische Kirche hat eine wichtige Rolle gespielt, als es in unserer Geschichte schwierige Zeiten gab“, so Bachelet Jeria. „Sie hat sich für die Demokratie bei uns eingesetzt.“ Die Präsidentin versicherte dem Papst, dass alle – ob jung oder alt – zuversichtlich in die Zukunft blicken.

„Wir haben ein sehr tiefgreifendes Gespräch über aktuelle Probleme geführt“, äußerte die Politikerin auf „Radio Vatikan“. „Es ging darum, wie ein Land sich weiterentwickeln kann, ohne seine religiösen Wurzeln zu verlieren. Das ist ein Dilemma der heutigen Zeit. Die Herausforderungen betreffen vor allem die Familien. Ich denke aber, eine enge Zusammenarbeit mit der Kirche kann dazu beitragen, alle sozialen Probleme in unserem Land besser in den Griff zu bekommen, und eine in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht sichere Zukunft zu gewährleisten.“