Benedikt XVI. empfängt Kardinäle, die über Veruntreuung vertraulicher Dokumente nachforschen sollen

Stand und Fortschritt der Ermittlungen besprochen

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VATIKANSTADT, 30. Juli 2012 (Zenit.org).- Benedikt XVI. hat die Kardinäle der Untersuchungskommission, die über die Weitergabe vertraulicher Dokumente des Vatikans ermittelt, in einer Audienz empfangen.

Einer Pressemitteilung des Vatikans zufolge hat die Kommission ihre Erkenntnisse mit dem Heiligen Vater besprochen. Die Kardinäle, die die Untersuchungskommission leiten, sind Kardinal Julian Herranz, Präsident des Päpstlichen Rates für die Interpretation von Gesetzestexten und Vorsitzender der Kommission, Kardinal Jozef Tomko und Kardinal Salvatore De Giorgi.

Begleitet wurden die Kardinäle vom Sekretär der Kommission, Br. Luigi Martignani OFMCap,  vom Untersuchungsrichter Piero Antonio Bonnet, und von Nicola Picardi vom Staatsgericht der Vatikanstadt.

„Der Heilige Vater ist über den von der Kommission erreichten Kenntnisstand und vom Fortschritt der gerichtlichen Maßnahmen unterrichtet worden. Er hat sich bei den Mitgliedern der Kommission bedankt und sie aufgefordert, ohne Zögern fortzufahren“, so die Pressemitteilung.

Ebenfalls beim Treffen anwesend waren Erzbischof Angelo Becciu, Substitut des Vatikanischen Staatssekretariats, Msgr. Georg Gänswein, Privatsekretär des Heiligen Vaters, Domenico Giani, Leiter des Gendarmeriekorps der Vatikanstadt, und Gregory Burke, Kommunikationsberater des Staatssekretariats.

Vergangene Woche wurde bekanntgegeben, dass Paolo Gabriele, dem ehemaligen Kammerdiener des Heiligen Vaters, der beschuldigt ist, die Dokumente gestohlen zu haben, provisorische Freiheit zugestanden wurde. Gabriele wird unter Hausarrest bleiben, bis entschieden ist, ob er verurteilt oder freigesprochen werden soll.

[Übersetzung des englischen Originals von Alexander Wagensommer]