Benedikt XVI. empfängt Mitglieder von „ROACO“ in Audienz

Für Christus erlittenes Leid wird ein guter Same sein

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VATIKANSTADT, Freitag, 24. Juni 2011 (ZENIT.org). – Am heutigen Vormittag hat Papst Benedikt XVI. die Mitglieder der Vollversammlung der „Vereinigung der Hilfswerke für die orientalischen Kirchen“(ROACO) in Audienz empfangen. Er bedankte sich zunächst bei dem Präfekten der Kongregation für die Orientalischen Kirchen, Leonardo Kardinal Sandri, der auch Präsident des Werkes ist, für dessen herzliche Begrüßungsworte. Im Rückblick auf die gestrige Zelebration des Fronleichnamsfestes in der Lateranbasilika und anschließender Prozession zur Kirche Santa Maria Maggiore wies der Heilige Vater im italienischen Teil seiner mehrsprachigen Ansprache nochmals darauf hin, dass die Christen ihrem nicht einfachen Weg in der Geschichte treu bleiben sollten, gerade in einer Zeit der großen, spirituellen Armut. Sie sollten unermüdlich die Liebe Christi und der Kirche in die Welt tragen. Die Liebe werde nach Paulus niemals aufhören und sei imstande, die Herzen und die Welt mit der Kraft Gottes umzuwandeln.

In französischer Sprache forderte der Papst die Mitglieder von „ROACO“ dazu auf, niemals die eucharistische Dimension ihres Auftrages zu vergessen, damit die Bewegung eine wahrhaft kirchliche Nächstenliebe bewahren könne. Dies sei besonders für den Verbleib der Christen im Heiligen Land, aber auch im gesamten Mittleren Osten nötig. Der Papst bat ausdrücklich darum, sich entschieden dafür einzusetzen, dass die Christen, die in diesen Ländern geboren seien, nicht als Fremde, sondern als Bürger behandelt würden. Es müsse eine reelle Würdigung und Glaubensfreiheit für jeden Menschen erreicht werden.

In englischer Sprache wandte sich Papst Benedikt die Vertreter Nordafrikas und des Mittleren Ostens. Er betonte, dass durch die Kommunikation des koptisch-katholischen und des maronitischen Patriarchen des Heiligen Landes die Kongregation die Situation der Region besser einzuschätzen gelernt habe, was für den Weltfrieden und die Frage der Stabilität wichtig sei. Der heilige Vater verband sich innerlich mit allen Leidenden dieser Region und denen, die in ihrer Verzweiflung das Land verlassen. Er bete inständig für die Möglichkeit der Versöhnung und ein friedlichen Zusammenleben.

In deutscher Sprache erklärte der Papst:

"Die Sonderversammlung der Bischofssynode für den Nahen Osten, die vergangenen Oktober im Vatikan stattgefunden hat und an der einige von euch teilgenommen haben, führte dazu, dass die Kirche die Brüder und Schwestern des Orients noch tiefer ins Herz geschlossen hat. Die Synode hat uns auch Zeichen von etwas Neuem in der heutigen Zeit erkennen lassen. Bald darauf wurden jedoch wehrlose Personen in der syrisch-katholischen Kathedrale von Bagdad durch einen Akt sinnloser Gewalt grausam getroffen, dem in den Monaten danach weitere Vorfälle an verschiedenen anderen Orten folgten.

Dieses für Christus erlittene Leid vermag allerdings den guten Samen der Synode zu bewässern und wird die Früchte noch reicher machen. Ich vertraue daher den Mitgliedern der ROACO und ihrem guten Willen die Ergebnisse der Synode an wie auch den kostbaren spirituellen Schatz, den der Leidenskelch so vieler Christen darstellt. Dies ist Richtschnur für einen klugen und großherzigen Dienst, der bei den Geringsten beginnt und niemanden ausschließt und der in seiner Echtheit immer am Geheimnis der Eucharistie Maß nehmen soll." (jb)