Benedikt XVI. empfängt syrisch-katholischen Patriarchen von Antochien

Bedeutung der Eucharistie, Gebet für den Frieden, fruchtbares Priesterjahr

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ROM, 19. Juni 2009 (ZENIT.org).- „Jeden Tag bete ich für den Frieden im Nahen Osten", bekannte Papst Benedikt XVI. heute während der Begegnung mit dem neuen Patriarchen der Syrer von Antiochien, Ignace Youssef III. Younan. Der Heilige Vater betonte die besonderen Bande, die den Nachfolger des Petrus und den Hirten der syrisch-katholischen Kirche verbinden, und brachte den Wunsch zum Ausdruck, dass das heute beginnende Priesterjahr für die ganze Kirche eine fruchtbare Zeit sein möge.

„Die Eucharistie ist das Brot des Lebens, das unsere Gemeinschaften nährt und sie in der Einheit und in der Liebe wachsen lässt", erklärte Benedikt XVI. in seiner Ansprache an den Patriarchen und hob dabei hervor, dass die syrisch-katholische Kirche gerade in der Eucharistie, „dem Sakrament der Einheit und der Gemeinschaft", Kraft finden könne, um die Schwierigkeiten zu überwinden, die die letzen Jahre für das Leben der Christen gebracht hätten.

Die Eucharistie sei die „Wurzel", bekräftigte der Papst. Sie begründe die verschiedenen Traditionen in der Einheit des einen Geistes. So mache sie aus diesen einen Reichtum für das ganze Gottesvolk. Der Papst ermahnte die Gläubigen, sich durch die Feier der Eucharistie, „Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens", in der antiken syrischen Tradition verankern zu lassen, die den Anspruch erhebe, dieselbe Sprache zu sprechen, die der Herr gesprochen hatte.

Benedikt XVI. brachte seine Zufriedenheit darüber zum Ausdruck, dass die Synode der syrisch-katholischen Kirche ihre Tätigkeit wieder aufgenommen habe, und lobte die Bemühungen zur Förderung von Einheit, Verständnis und Vergebung.

Der Papst wies darauf hin, dass Christus selbst Petrus zum „Felsen" gemacht habe, „auf dem das geistliche Gebäude der Kirche zu errichten ist".

Im Lauf der Geschichte der Kirche der Syrer von Antiochien sei die Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom immer mit der Treue zur geistlichen Tradition des christlichen Ostens zusammengegangen, hob der Heilige Vater hervor, der anschließend auf ein besonderes Anliegen zu sprechen kam: den Frieden im Nahen Osten, für den er bete. Vor allem denke er dabei auch an die „geliebte Nation des Irak, dessen Leiden ich jeden Tag im eucharistischen Opfer dem Herrn darbringe".

Zum beginnenden Priesterjahr erklärte Benedikt XVI., dass das geistliche Leben der Priester zu seinen „größten Sorgen" gehöre. „Ich glaube, dass dieses besondere Jubiläumsjahr eine fruchtbare Gelegenheit sein wird, die der ganzen Kirche geschenkt ist." Am heutigen Tag „begeben wir uns zusammen mit allen Priestern unter das Kreuz, um den Blick auf den zu richten, der durchbohrt worden ist und von dem wir die Fülle der Gnade empfangen."

Als der frühere Patriarch von Antiochien und der Syrer, Seine Seligkeit Erzbischof Ignace Pierre VIII. Abdel-Ahad, zurückgetreten war, hatte der Papst die Leitungsgewalt für die syrisch-katholische Kirche vorläufig einem bischöflichen Komitee mit drei Mitgliedern übertragen. Ihm gehörten Erzbischof Theophile Georges Kassab von Homs, Hama und Nabk der Syrer an, der auch die patriarchale Eparchie verwaltete; Erzbischof Athanase Matti Shaba Matoka von Bagdad der Syrer; und Erzbischof Gregorios Elias Tabe von Damaskus der Syrer. Die Synode, die im Vatikan tagte, wählte am 21. Januar 2009 Ignace Youssef III. Younan zum neuen Patriarchen.

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