Benedikt XVI. ermutigt alle, in die Schule Mariens zu gehen

Das Wirken des Heiligen Geistes bemerken und auf ihn hören

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ROM, 2. Juni 2009 (ZENIT.org).- Am Abend des 30. Mai fand in den Vatikanischen Gärten die traditionelle Prozession zum Abschluss des Marienmonats Mai statt, die die von der Kirche des heiligen Stephan dem Abyssinier vor der Apsis der Petersbasilika hinauf zur Grotte Unserer Lieben Frau von Lourdes führt. Das Rosenkranzgebet wurde von Erzbischof Angelo Comastri, Generalvikar des Papstes für den Vatikanstaat und Erzpriester der Petersbasilika, geleitet. Am Abschluss des Gebetes schloss sich Benedikt XVI. den versammelten Gläubigen vor der Grotte an.

In seiner Ansprache erklärte der Papst, dass zwischen Maria und dem Heiligen Geist ein unauflösliches Band bestehe. Er erinnerte die Gläubigen daran, dass das Ende des Monats Mai in diesem Jahr mit dem Pfingstfest zusammenfiel, und lud alle ein, über die „sehr enge, bevorzugte und unauflösliche Beziehung zwischen dem Heiligen Geist und Maria“ nachzudenken. „Die Jungfrau von Nazareth wurde erwählt, um durch das Wirken des Heiligen Geistes Mutter des Erlösers zu werden“, so Benedikt XVI.

Der Glaube Mariens ziehe sozusagen die Gabe des Heiligen Geistes an: „zuerst in der Empfängnis des Sohnes Gottes, dann in dem Moment, als sie sich zu ihrer Base Elisabeth begibt, um ihr zu helfen“.

Als Maria bei Elisabeth ankomme, lasse der Heilige Geist das Kind im Schoß der älteren Verwandten hupfen. Das folgende Gespräch zwischen den beiden Müttern sei vom Geist Gottes inspiriert, vor allem das „Magnificat“ - der Lobpreis, mit dem Maria ihre tiefsten Gefühle zum Ausdruck bringe. Der Heilige Geist, auch wenn er nicht ausdrücklich erwähnt werde, präge auch die Geschichte der Geburt Jesu und seiner frühen Kindheit.

Das Herz Mariens ist nach Worten Benedikts XVI. „Tempel des Geistes der Wahrheit“, denn dort werde jedes Wort und jedes Ereignis im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe aufbewahrt und erwogen.

Jesus habe während seines ganzen Lebens in Nazareth im unbefleckten Herzen Mariens eine Heimstatt des Gebetes und der ständigen Aufmerksamkeit gegenüber der Stimme des Heiligen Geistes gefunden, so Papst Benedikt.

An Pfingsten erscheine Maria erneut als die „Braut des Geistes“, diesmal für eine universale Mutterschaft, die allen gelte, die von Gott für den Glauben an Christus hervorgebracht worden seien. Aus diesem Grund sei die Jungfrau Maria für alle Generationen „Abbild und Vorbild der Kirche, die zusammen mit dem Geist in der Zeit einherschreitet und um die glorreiche Wiederkehr Christi betet“.

Abschließend rief der Heilige Vater die Gläubigen dazu auf, sich in die Schule Mariens zu begeben und die Gegenwart des Heiligen Geistes im eigenen Leben zu erkennen, „auf seine Eingebungen zu hören und ihnen fügsam zu folgen“. Der Heilige Geist sei es, der „uns entsprechend der Fülle Christi wachsen lässt“.