Benedikt XVI. ermutigt Bischöfe aus Benin, für Leben und Familie einzutreten

Die Ausbildung der Jugend gehört zu den vorrangigen Prioritäten

| 1176 klicks

ROM, 20. September 2007 (ZENIT.org).- Am Donnerstagvormittag empfing Papst Benedikt XVI. die Bischöfe aus dem afrikanischen Benin, die zu ihrem alle fünf Jahre fälligen „Ad-limina“-Besuch nach Rom gekommen waren. In seiner Ansprache hob der Heilige Vater die Rolle der Kirche Benins für den Schutz und die Verteidigung des Lebens, der Familie und des Friedens hervor.



„In den letzten Jahren habt ihr großen Mut bewiesen, wie er dem Evangelium entspricht“, lobte der Papst die Bischöfe. Sie hätten sich der großen Fragen angenommen, „mit denen sich die Gesellschaft auseinandersetzen muss, dies insbesondere im Bereich der Gerechtigkeit und der Menschenrechte“.

Benedikt XVI. ermahnte die Bischöfe, eine echte Spiritualität der Gemeinschaft unter den Bischöfen und den Priestern zu entwickeln und letzteren dabei zu helfen, ihr Priestertum voll auszuüben.

Der Einfluss der alten afrikanischen Traditionen auf das soziale Leben ist in Benin noch sehr stark. Diesbezüglich bekräftigte der Papst, dass ihre besten Aspekte gefördert werden sollten, um zugleich auf die Notwendigkeit hinzuweisen, das zurückzuweisen, was Schaden anrichte, Angst schüre und den Nächsten ausschließe. „Eine tief verwurzelte christliche Bildung wird also eine unverzichtbare Stütze sein, und den Gläubigen helfen, den Glauben mit den Glaubensannahmen der ‚Tradition‘ zu vergleichen. Diese Ausbildung muss es ihnen auch gestatten zu lernen, vertrauensvoll zu beten, um Christus immer nahe zu bleiben und in den Tagen der Angst in den christlichen Gemeinden eine Stütze zu finden – dank der wirksamen Zeichen der Liebe Gottes, die frei macht.“

Benedikt XVI. hob hervor, dass es im kulturellen Kontext Benins notwendig sei, die Präsenz der Kirche mit sichtbaren Zeichen zu verdeutlichen; mit Zeichen, die den wahren Sinn ihrer Sendung unter den Menschen erklären. Unter ihnen nähmen die liturgischen Feiern einen herausragenden Platz ein; sie würden zu einem beredten Glaubenszeugnis in der Gesellschaft.

„Damit nicht kulturelle Elemente, die mit dem christlichen Glauben unvereinbar sind, oder Handlungen, die Verwirrung stiften können, in die Liturgie eingeführt werden, muss eine solide liturgische Ausbildung der Seminaristen und der Priester gewährleistet sein, die eine Vertiefung der Kenntnisse über die Grundlagen, der Bedeutung und des theologischen Werts der liturgischen Riten gestattet.“

In verschiedenen Situationen hätten die Bischöfe mutig die Werte der Familie und die Achtung vor dem menschlichen Leben verteidigt, als diese „von Ideologien bedroht waren, die Modelle und Verhaltensweisen vorlegten, die mit einer echten Fassung des menschlichen Lebens in Widerspruch stehen“. Der Heilige Vater ermutigte die Bischöfe dazu, in diesem Sinn fortzufahren, „zum Dienst an der ganzen Gesellschaft“.

Auch aufgrund der angesprochenen verbreiteten Denkströmungen gehört für Papst Benedikt die Bildung der Jugend zu den pastoralen Prioritäten der Bischöfe. Indem den jungen Menschen geholfen wird, eine menschliche und geistliche Reife zu erlangen, „lasst ihr sie Gott entdecken“, sagte Benedikt XVI. zu seinen Gästen. Die Hindernisse, denen die jungen Menschen begegnen, die sich um eine christlich gelebte Ehe bemühen, und die oft auf Kultur und Traditionen zurückzuführen seien, machen nach Worten des Heiligen Vaters nicht nur eine Vorbereitung auf das Sakrament der Ehe notwendig. Die Familien müssten zudem ständig begleitet werden, gerade in besonders schwierigen Zeiten.

Zum Schluss brachte Benedikt XVI. seine Zufriedenheit darüber zum Ausdruck, dass die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen im afrikanischen Land sich in einer Atmosphäre des gegenseitigen Verständnisses vollziehen. Um Vorurteile und Gewalttätigkeit weiter abzubauen, müsse ein aufrichtiger Dialog gefördert werden, der auf einer immer echteren gegenseitigen Kenntnis beruht. Dazu sollten vor allem respektvolle zwischenmenschliche Beziehungen beitragen, aber auch ein Übereinkommen hinsichtlich der Werte des Lebens und die gegenseitige Zusammenarbeit in allem, was das Gemeinwohl fördern kann. Für diese Aufgabe seien gut ausgebildete Menschen vonnöten.