Benedikt XVI. ermutigt Bischöfe der lateinischen Kirche in der Ukraine zu größerer Einheit

Zur Verkündigung des Evangeliums bedarf es eines „Bündelns der Kräfte“

| 974 klicks

ROM, 27. September 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. hat die Bischöfe der lateinischen Kirche in der Ukraine XVI. anlässlich ihres „Ad-limina“-Besuchs in Rom zur Einheit aufgerufen. Der Papst hatte dabei vor allem die harmonische Zusammenarbeit mit den Katholiken des byzantinischen Ritus im Auge.



In seiner Ansprache würdigte der Heilige Vater die katechetischen, liturgischen, apostolischen und karitativen Initiativen der ukrainischen Diözesen des lateinischen Ritus. Er erinnerte die Bischöfe in diesem Zusammenhang daran, dass sich ihre pastorale Tätigkeit auf ein Gebiet erstrecke, in dem Katholiken des lateinischen und des griechisch-katholischen Ritus miteinander lebten.

Trotz der Tatsache, dass auch unter Katholiken die Zusammenarbeit nicht immer leicht sei, ermutigte der Papst erneut zu einem brüderlichen Dialog zwischen den beiden Teilen der katholischen Kirche zum Wohl der ganzen Gesellschaft, dies auch im Hinblick auf die anderen Christen. Benedikt XVI. stellte fest, dass eine Reihe von Problemen, die ihm die Bischöfe vorgetragen hätten, eine „unverzichtbare Bündelung der Kräfte zu einer erneuerten Verkündigung des Evangeliums“ erforderlich mache.

„Die langen Jahre der atheistischen und kommunistischen Herrschaft haben in den heutigen Generationen sichtbare Spuren hinterlassen“, so der Papst. Auch dies seien zentrale Herausforderungen, die die Bischöfe ansprechen müssten und in ihren Plänen berücksichtigen sollten.

„Wenn sich die Gemeinschaft im Inneren der katholischen Gemeinden festigt, wird es leichter sein, einen fruchtbaren Dialog zwischen der katholischen Kirche und den anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften zu führen“, erklärte der Bischof von Rom, der zugleich darauf hinwies, dass die Ökumene gerade für die Hirten in der Ukraine – aufgrund ihrer Geschichte – einen besonderen Platz einnehme.

Papst Benedikt forderte seine Gäste anschließend dazu auf, sich besonders um die Priesteramtskandidaten zu kümmern. Eine angemessene Ausbildung sei grundlegend für die spätere Erfüllung ihrer Sendung, bekräftigte er.

Die meisten Priester sind nach Worten des Heiligen Vaters Zeugen einer wahren Opferbereitschaft, einer großherzigen Freude und eines demütigen Sich-Bescheidens mit den prekären Situationen, in denen sie oft arbeiten müssten.

Benedikt XVI. erinnerte schließlich die Bischöfe aus der Ukraine daran, dass die Grundlage für Berufungen eine gute Familienpastoral ist. Die Ausbildung eines Laienstandes, der in der Lage ist, für den Glauben Rede und Antwort zu stehen, sei in diesen Tagen von noch größerer Bedeutung und müsse eines der Hauptziele der pastoralen Bemühungen sein.