Benedikt XVI. ermutigt dazu, der religiösen Gleichgültigkeit entgegenzuwirken

Ansprache an die Mitglieder der Bischofskonferenz von Puerto Rico

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ROM, 4. Juli 2007 (ZENIT.org).- Religiöse Gleichgültigkeit und Relativismus bedeuten für die Hirten der Kirche eine große Herausforderung. Das betonte Papst Benedikt XVI. am vergangenen Samstag in seiner Ansprache an die Bischöfe aus Puerto Rico, die sich in Rom zu ihrem„Ad-limina“-Besuch aufhielten, der alle fünf Jahre stattfindet.



In seiner Analyse der gegenwärtigen Situation des karibischen Inselstaates erklärte der Papst: „Während der letzten Jahren hat sich im sozialen, wirtschaftlichen und religiösen Bereich viel geändert. Das hat sogar teilweise zu einer Form von religiöser Gleichgültigkeit und zu einem gewissen moralischen Relativismus geführt, der die christliche Praxis beeinflusst und so indirekt auch die Strukturen der Gesellschaft berührt. Diese religiöse Situation fordert euch als Hirten heraus und verlangt, dass ihr untereinander vereint seid, um die Gegenwart des Herrn unter den Menschen noch deutlicher hervortreten zu lassen.“

Der Papst ermunterte seine Gäste in diesem Zusammenhang zu gemeinsamen Initiativen, die auf die neuen Wirklichkeiten unmittelbar Bezug nehmen sollten.

Der Heilige Vater verwies auch auf „die Ausbreitung einer Mentalität, die durch die Säkularisierung mehr oder weniger bewusst angefacht wird und stufenweise zur Verhöhnung oder zur Ignoranz des Heiligen führt und den Glauben in einen rein privaten Bereich verbannt.“ Eine richtig verstandene Religionsfreiheit „ist mit einer solchen Ideologie, die sich manchmal als die einzige Stimme der Vernunft ausgibt, nicht vereinbar“, bekräftigte Benedikt XVI.

Als besondere Problemfelder nannte der Bischof von Rom die Bedrohung der Familie durch „den wachsenden Materialismus, die Suche nach sofortigem Vergnügen und den Mangel an Stabilität und Pflichtgefühl bei den Paaren“. Deshalb verwies er auf die Notwendigkeit, „den Familien und christlichen Paaren zu helfen, die grundlegenden Werte des Sakraments, das sie empfangen haben, anzunehmen“. So schärften sie ihre Sinne für den „einzigartigen und unersetzlichen Wert der Ehe von Mann und Frau“.

Papst Benedikt erwähnte gegenüber den Hirten der kleinsten Insel der Großen Antillen auch die Hoffnungen und Sorgen der Jugend und bemerkte, dass „religiöse Gleichgültigkeit und die Versuchung zu einer moralischen Toleranz, die einem leicht fällt, sowie die Unwissenheit über die christliche Tradition mit ihrem reichen geistigen Erbe“ gerade auf die junge Generation leicht abfärbe. „Junge Leute haben das Recht, von den Anfängen ihrer Ausbildung an im Glauben erzogen zu werden“, bekräftigte der Heilige Vater. „Aus diesem Grund darf in der ganzheitlichen Erziehung der Jugend der Religionsunterricht auch an den Schulen nicht vernachlässigt werden.“