Benedikt XVI. ermutigt Europas Christen zum gemeinsamen Glaubenszeugnis

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ROM, 5. September 2007 (ZENIT.org).- „Europa braucht Orte der Begegnung und geistgeführte Einheitserfahrungen im Glauben“, bekräftigt Papst Benedikt XVI. in seiner heute veröffentlichten Botschaft an die mehr als 1.200 Delegierten aus ganz Europa, die in diesen Tagen im rumänischen Sibiu (Hermannstadt) im Rahmen der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung über die christliche Gestaltung Europas beraten.



„Es ist unsere Aufgabe, vor den Männern und Frauen von heute das Licht Christi leuchten zu lassen: nicht das eigene Licht, sondern das Licht Christi. Erbitten wir von Gott die Einheit und den Frieden für die Menschen in Europa und erklären wir unsere Bereitschaft, für eine wahre gesellschaftliche Entwicklung des Kontinents in Ost und West zusammenzuarbeiten.“

Das Gebet für die Einheit nennt der Heilige Vater den „Königsweg zur Ökumene“, und er merkt an, dass die „hauptsächlichen Bauleute von Versöhnung und Einheit“ stets „Menschen des Gebetes“ gewesen seien. „Sie inspirierten die getrennten Christen, den Weg der Versöhnung und der Einheit zu suchen.“

Das Fundament der ökumenischen Bemühung ist in den Augen des Heiligen Vaters der „geistliche Ökumenismus“, der im Konzilsdekret Unitatis Redintegratio (8) folgendermaßen zur Sprache kommt: „Diese Bekehrung des Herzens und die Heiligkeit des Lebens sind zusammen mit den privaten und öffentlichen Bittgebeten für die Einheit der Christen als Seele der ganzen ökumenischen Bewegung zu erachten.“ Ist diese Seele vorhanden, gehe es darum, sich um einen „Dialog der Wahrheit“ und eine „Begegnung im Zeichen der Brüderlichkeit“ zu bemühen.

So entstehe schließlich eine „Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens und des Bewusstseins, dass die gemeinsamen Wurzeln viel tiefer liegen als unsere Spaltungen“, schreibt Benedikt XVI. Dann könne „Fremdheit überwunden und das gemeinsame Fundament des Glaubens geistlich erfahren“ werden.

An der ökumenischen Begegnung, die vom 4. bis zum 9. September unter dem Motto „Das Licht Christi scheint auf alle – Hoffnung auf Erneuerung und Einheit in Europa“ im rumänischen Sibiu stattfindet, nehmen unter anderem Bartholomaios I. (Patriarch von Konstantinopel), Bischof Wolfgang Huber (Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland) und Kardinal Walter Kasper (Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen) teil. Die Veranstaltung wurde von der Konferenz der (nichtkatholischen) Europäischen Kirchen und des Rates der (katholischen) Europäischen Bischofskonferenzen organisiert.