Benedikt XVI. ermutigt Jugendliche, Christus sichtbar zu machen

Begegnung mit den Teilnehmern der Jugendmission aus Madrid (Spanien)

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ROM, 15. September 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. vor einem Monat, am 9. August, an jugendliche Pilger aus Spanien gehalten hat. Die jungen Menschen beteiligten sich an einer Jugendmission der Erzdiözese Madrid.

Der Heilige Vater ermutigte seine Gäste, nie die persönliche Begegnung mit Christus zu vernachlässigen. „Behaltet ihn stets im Mittelpunkt eures Herzens, denn so wird euer ganzes Leben zur Mission werden, und ihr werdet Christus, der in euch lebt, sichtbar werden lassen.“



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Liebe Brüder und Schwestern,
liebe Jugendliche aus Madrid!

Mit großer Freude empfange ich euch heute, liebe Jugendliche, die ihr an der »Misión jóven« der Erzdiözese Madrid und der Diözesen dieser Kirchenprovinz teilgenommen habt. Ihr seid in Begleitung von Herrn Kardinal Antonio María Rouco Varela, dem Erzbischof von Madrid, gekommen. Ihm danke ich für die freundlichen Worte, die er im Namen seiner Weihbischöfe, der Bischöfe von Getafe und Alcalá de Henares und natürlich in euer aller Namen an mich gerichtet hat.

Ihr möchtet eure Liebe zum Papst, dem Nachfolger des Apostels Petrus, zum Ausdruck bringen sowie euren Einsatz in der Hingabe an die Kirche Jesu Christi und im Dienst an ihr.

Ich heiße euch sehr herzlich willkommen und danke euch für eure so zahlreiche Anwesenheit und besonders für all das, was ihr tut, als Frucht der tiefen kirchlichen Erfahrung und der Glaubenserfahrung, die ihr erlebt habt. Einige von euch haben vorhin ein ausdrucksstarkes Zeugnis von dieser Erfahrung gegeben, das ich aufmerksam verfolgt habe.

Ich freue mich über die Intensität, mit der das Missionar-Sein gelebt wurde, und über die Färbung, die gewisse Dimensionen des Lebens annehmen, wenn man sich entschließt, Christus zu verkündigen: die Begeisterung, offen vor die anderen zu treten und überrascht festzustellen, daß im Gegensatz zu dem, was viele denken, das Evangelium die Jugendlichen stark anzieht; den kirchlichen Sinn des christlichen Lebens in seiner ganzen Bandbreite zu entdecken; die Zartheit und Schönheit der Liebe und eines Familienlebens im Angesicht Gottes oder die unverhoffte Entdeckung des Rufs, sich ganz dem Dienst an Gott im Priesteramt zu weihen.

Der Besuch der Orte, an denen Petrus und Paulus das Evangelium verkündeten, wo sie ihr Leben für den Herrn hingaben und wo an den Anfängen der Kirche auch viele andere verfolgt wurden und das Martyrium erlitten, wird euch besser verständlich gemacht haben, warum der Glaube an Jesus Christus, während er Horizonte eines neuen Lebens, echter Freiheit und grenzenloser Hoffnung öffnet, der Mission bedarf – des Impulses, der aus einem Herzen kommt, das großmütig Gott hingegeben ist, und aus dem mutigen Zeugnis von Christus, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.

So ist es hier in Rom geschehen, vor vielen Jahrhunderten, in einem Umfeld, das Christus, den einzigen Retter der Menschheit und der Welt, nicht kannte. So geschah es immer und geschieht es auch heute, wenn ihr um euch herum viele seht, die ihn vergessen haben oder ihn nicht beachten, geblendet durch viele vergängliche Träume, die viel versprechen, das Herz jedoch leer lassen.

Ich ermutige euch, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und euch dabei von euren Hirten leiten zu lassen, indem ihr gemeinsam mit ihnen an der mitreißenden Aufgabe arbeitet, euren Altersgenossen die unbeschreibliche Freude zu vermitteln, sich von Gott geliebt zu wissen, der die einzige Liebe ist, die niemals versagt und niemals endet.

Vernachlässigt selbst nie die persönliche Begegnung mit Christus, behaltet ihn stets im Mittelpunkt eures Herzens, denn so wird euer ganzes Leben zur Mission werden, und ihr werdet Christus, der in euch lebt, sichtbar werden lassen.

Als Jugendliche steht ihr an dem Punkt, über eure Zukunft zu entscheid en. Tut dies im Lichte Christi, fragt ihn: Was willst du, daß ich tun soll? Und folgt dem Weg, den er euch weist, mit Großherzigkeit und Vertrauen, im Wissen, daß wir als Getaufte alle ohne Unterschied zur Heiligkeit berufen sind und dazu, lebendige Glieder der Kirche zu sein, in der Lebensform, die uns entspricht.

Die Jungfrau Maria, Königin der Apostel und Mutter der Kirche, wurde durch das Zweite Vatikanische Konzil aufgezeigt als »das Beispiel jener mütterlichen Liebe, von der alle beseelt sein müssen, die in der apostolischen Sendung der Kirche zur Wiedergeburt der Menschen mitwirken« (Lumen Gentium, 65).

Möge ihre mütterliche Fürsprache euch begleiten und euch den Verpflichtungen treu sein lassen, die ihr, fügsam gegenüber dem Heiligen Geist, zur Ehre Gottes und zum Wohl eurer Brüder übernommen habt. Eine Hilfe möge euch auch der Apostolische Segen sein, den ich euch von Herzen erteile.

Vielen Dank für euren Besuch.


[© Copyright 2007 – Libreria Editrice Vaticana]