Benedikt XVI. ermutigt zu einem Leben aus der Heiligen Schrift

„Das Wort Gottes erschließt uns Menschen Wege des Lebens und der Heiligkeit“

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14. November 2007 (ZENIT.org).- Die alltäglichen Entscheidungen sollten mit dem Wort Gottes in Einklang stehen, bekräftigte heute, Mittwoch, Papst Benedikt XVI. auf dem Petersplatz.



In seiner zweiten Katechese über den heiligen Sophronius Eusebius Hieronymus (* 347 in Stridon (heute Štrigova, Kroatien); † 30. September 419/420 in Bethlehem), diesen „gebildeten Mann, Asketen und Seelenführer“, erklärte der Heilige Vater vor Tausenden von Gläubigen: „Vor allem hat er das Wort Gottes zur Mitte seines Lebens und seiner Handlungen gemacht. Es erschließt dem Menschen die Wege des Lebens, und es eröffnet ihm die Geheimnisse der Heiligkeit. Für all das können wir nicht anders, als ihm zutiefst dankbar zu sein, gerade in dieser unserer heutigen Zeit.“

Anhand von zahlreichen Zitaten aus dem umfassenden Werk des Hieronymus erinnerte der Bischof von Rom die Gläubigen an die Notwendigkeit, die Texte der Bibel regelmäßig zu lesen, sie zu betrachten und auf diese Weise immer enger mit Christus verbunden zu leben.

„Die Schrift lesen heißt mit Gott sprechen“, bekräftigte Benedikt XVI. Ja, mehr noch: „In Wirklichkeit ist der Dialog mit Gott, mit seinem Wort in gewissem Sinn Gegenwart des Himmels, das heißt Gegenwart Gottes. Sich den biblischen Texten zu nähern, vor allem dem Neuen Testament, ist für den Gläubigen wesentlich, denn: ‚Die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen.‘“ Dieser Satz des heiligen Predigers habe in die Konzilskonstitution Dei Verbum (25) Eingang gefunden.

Der Papst nannte Hieronymus einen in das Wort Gottes „Verliebten“, der davon überzeugt gewesen sei, dass die Bibel das Mittel ist, „mit dem Gott jeden Tag zu den Gläubigen spricht“. Somit sei die Schrift immer „Ansporn und Quelle des christlichen Lebens für alle Lebenslagen und für jeden Menschen“.

Um die Heilige Schrift gut zu verstehen, seien allerdings „ein tiefer Gebetsgeist und die Hilfe des Heiligen Geistes“ vonnöten. Außerdem sollte man sich vergegenwärtigen, dass man sie nie alleine lesen könne. Denn: „Wir finden zu viele Türen verschlossen vor, und gleiten leicht in den Irrtum ab. Die Bibel wurde vom Volk Gottes und für das Volk Gottes… geschrieben. Nur in dieser Gemeinschaft mit dem Volk Gottes können wir wirklich mit dem Wir in den Kern der Wahrheit eintreten, die Gott selbst uns sagen will.“

Das Lehramt der Kirche helfe dabei, das Wort Gottes in rechter Weise zu verstehen, damit es schließlich in Werken der Nächstenliebe fruchtbar werde. Der Christ müsse nämlich, so schreibt der heilige Hieronymus, „Christus in den Armen kleiden, ihn in den Leidenden aufsuchen, ihn in den Hungernden speisen, ihn in den Obdachlosen beherbergen“. Und Benedikt XVI. fügte hinzu: „Die mit dem Studium und der Betrachtung genährte Liebe zu Christus lässt uns jede Schwierigkeit überwinden: Lieben auch wir Jesus Christus, suchen wir immer die Vereinigung mit ihm: Dann wird uns auch das leicht erscheinen, was schwer ist.“

In seinem Grußwort an die italienischen Gläubigen gedachte der Papst des Anschlags auf die Carabinieri-Kaserne im irakischen Nassirija vor vier Jahren. In diesem Zusammenhang äußerte er Hoffnung, dass der Irak eine Renaissance erleben möge.