Benedikt XVI.: Es ist ein \"schwerer Fehler\", familienspezifische Rechte anderen Formen des Zusammenlebens zuzugestehen

Audienz für die Mitglieder der römischen Landesregierung

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ROM, 13. Januar 2006 (Zenit.org).- Am Donnerstag warnte Papst Benedikt XVI. anlässlich einer Audienz für Vertreter der römischen Landesregierung vor dem schweren Fehler, die Bedeutung und die Aufgaben der Familie zu verdunkeln, indem man anderen Formen des Zusammenlebens dieselbe rechtliche Anerkennung zolle. Zugleich forderte der Papst die Schaffung konkreter Hilfsmaßnahmen, um die jungen Paare bei der Gründung einer Familie zu unterstützen.



Gegenwärtig bemühen sich bestimmte politische Kräfte in Italien darum, einen so genannten \"zivilen Solidaritätsbund\" einzuführen. Dabei handelt es sich um die gesetzliche Anerkennung von Partnerschaften, unter denen sich auch gleichgeschlechtliche Paaren befinden. In diesem Zusammenhang erinnerte der Heilige Vater daran, dass es sich bei der Ehe als Institution um \"keine widerrechtliche Einmischung der Gesellschaft oder der Obrigkeit\" handle, um keine \"Auferlegung einer Lebensform von außen im privatesten Bereich des Lebens\", sondern vielmehr darum, dem \"wesenseigenen Anspruch des Vertrags der ehelichen Liebe und der Tiefe der menschlichen Person\" gerecht zu werden, zitierte Benedikt XVI. aus einer Ansprache, die er anlässlich der Pastoraltagung über \"Familie und christliche Gemeinschaft: Bildung der Person und Weitergabe des Glaubens\" der Diözese Rom am 6. Juni 2005 in der Lateranbasilika gehalten hatte. \"Es handelt sich hier nicht um Sonderregelungen der katholischen Moral, sondern um grundlegende Wahrheiten, die die gesamte Menschheit betreffen. Sie zu respektieren ist für das Wohl des Menschen und das Gemeinwohl grundlegend\", betonte er.

Vor den zahlreichen römischen Politikern, die mit Bürgermeister Walter Veltroni an der Spitze zur traditionellen Begegnung mit dem Papst zum Jahresbeginn in den Vatikan gekommen waren, erklärte der Bischof von Rom: \"Besonders angebracht sind all jene Unterstützungsmaßnahmen, die jungen Paaren bei der Gründung einer Familie und den Familien bei der Zeugung von Kindern zugute kommen: in diesem Zusammenhang fallen einem sofort eine Reihe von Problemen ein wie etwa die hohen Wohnungspreise und die Kosten für Kindergärten und Schulen für kleinere Kinder.\" Auf der anderen Seite, so fügte der Bischof von Rom hinzu, sei es \"ein schwerwiegender Fehler, den Wert und die Bedeutung der auf der Ehe basierenden Familie zu verdunkeln, indem man anderen Formen des Zusammenlebens eine unangemessene gesetzliche Anerkennung zugesteht, für die es in Wirklichkeit keinerlei echte soziale Erfordernis gibt.\"

Benedikt XVI. rief dazu auf, jenen Schwangeren verstärkt zu helfen, die sich in schwierigen Situationen befänden, sowie \"zu verhindern, dass Medikamente zugelassen werden, die gewissermaßen den schwerwiegenden Charakter der Abtreibung als Option gegen das Leben verschleiern\".

Am vergangenen 9. Dezember wurde in Italien grünes Licht für die Benutzung der Abtreibungspille RU486 gegeben. Zugleich traten aufgrund der Risiken dieses Medikaments verschiedene Sicherheitsmaßnahmen in Kraft.