Benedikt XVI: Evangelisierung ist kein menschliches und soziales Projekt

Versammlung des obersten Rates der Päpstlichen Missionswerke

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ROM, Montag, 16. Mai 2011 (ZENIT.org). - „Die Kirche ist Mission“ und die Evangelisierung „erfordert Liebe für die Verkündigung und das Zeugnis“. Dies sagte letzten Samstag Benedikt XVI. bei der Audienz für die Teilnehmer der Versammlung des Obersten Rates der Päpstlichen Missionswerke. 

Während der Audienz, an der zum ersten Mal Erzbischof Fernando Filoni, der neue Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, teilnahm,  unterstrich der Papst, dass bei der Evangelisierung „die transzendentale Dimension des von Gott in Christus angebotenen Heils“ von grundlegender Bedeutung sei.

In seiner Begrüßungsrede dankte Erzbischof Filoni dem Papst für sein missionarisches Magisterium, welches „uns ständig aufruft, den Sinn unseres christlichen Lebens und der ausdrücklichen Verkündung, die wir der Welt machen müssen, in Christus, das fleischgewordene Wort Gottes, zu verankern“.

„Das Wort des fleischgewordenen Wortes betrifft uns nämlich nicht nur als Empfänger der göttlichen Offenbarung, sondern auch als seine Verkünder“, fügte er, die postsynodale apostolische Exhortation von Benedikt XVI. „Verbum Domini“ zitierend, hinzu.

In seiner Rede erinnerte der Papst daran, dass „jeder Christ sich die Notwendigkeit zu eigen machen müsse, an der Erbauung des Reiches Gottes mitzuarbeiten“, besonders heute, da „neue Probleme und neue Sklaverei in unserer Zeit auftauchen, sowohl in der sogenannten alten Welt mit ihrem Wohlstand und Reichtum, aber unsicher bezüglich seiner Zukunft, als auch in den Entwicklungsländern“, wo „auch auf Grund einer oft vom Gewinn charakterisierten Globalisierung die Massen der Armen, der Auswanderer und der Unterdrückten zunehmen, bei denen das Licht der Hoffnung schwindet“.

Gegenüber diesen Tatsachen, fuhr er fort, „muss die Kirche ständig ihren Eifer erneuern, Christus zu verkünden und ihre messianische Mission für die Ankunft des Reiches Gottes, des Reichs der Gerechtigkeit, des Friedens, der Freiheit und der Liebe zu ausdehnen.“

Es gehe nämlich darum „die Welt gemäß dem Plan Gottes mit der erneuernden Kraft des Evangeliums zu verwandeln“, indem man die Netze „in das Meer der Geschichte“ werfe „um die Menschen in das Land Gottes zu bringen“.

Um dies allerdings zu vollbringen „ist es notwendig, dass sowohl die einzelnen Christen als auch die Gemeinden wirklich glauben, dass ‚das Wort Gottes die heilbringende Wahrheit ist, die jeder Mensch zu allen Zeiten benötigt'“.

Außerdem, „müsse“ der, der das Evangelium verkünde, „sich stets dem Wort unterordnen und sich von den Sakramenten nähren: Von diesem Lebenssaft hängen seine Existenz und seine missionarische Arbeit ab“. Das Wort in besonderem, „muss bezeugt und ausdrücklich verkündet werden“, auch wenn „dies die Verfolgung mit sich bringt“.

Die Evangelisierung nämlich, „benötigt für die Verkündung und das Zeugnis Liebe, eine derart große Liebe, dass sie sogar von dem Martyrium gezeichnet sein kann“. Dies sei eine Dimension, welche „Teil ihres Lebens ist, genauso wie sie es für Jesus war“.

„Die Christen müssen keine Angst haben", so schloss er, "auch wenn sie ‚zur Zeit die religiösen Gruppen sind, die die meisten Verfolgungen wegen ihres Glaubens erleiden'.“

[Übersetzung aus dem Italienischen von Josef Stolz]