Benedikt XVI. feiert das Requiem für Kardinal Stickler

Christus ist der wahre Lohn des Christen

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ROM, 17. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Christus ist der wahre Lohn des Christen; ein Lohn, der nicht auf Erden zu suchen ist, sondern im Himmel. Mit diesen Worten wandte sich Papst Benedikt am Freitag während des Requiems für Kardinal Alfons Maria Stickler, emeritierter Archivar und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche, an die im Petersdom versammelte Gemeinde. Kardinal Stickler war am 12. Dezember im Alter von 97 Jahren gestorben.

Benedikt XVI. ließ das Leben Sticklers als illustren Gelehrten im Bereich der Jurisprudenz vorbeiziehen und erinnerte an die Arbeit des Verstorbenen im Dienst des Heiligen Stuhls. Das Leben Sticklers sei ganz auf Christus ausgerichtet und nach seinem Vorbild gestaltet gewesen, so der Papst.

Der bischöfliche Wahlspruch des Kardinals war: „Omnia et in omnibus Christus“. Diese Worte hätten Stickler be all seinen Entscheidungen inspiriert.

Benedikt XVI. zitierte auch die folgenden Worte des Kardinals: „An der Basis all meines Tuns stand immer das Ideal des Glaubens und des christlichen Lebens, dass auf Christus konzentriert ist, den Heiland und dann Gründer der Kirche.“ Und er hatte hinzugefügt: „Als Salesianer folge ich den drei Idealen, die uns Don Bosco übergeben hat: die Liebe zur Eucharistie, die Verehrung der Gottesmutter, die Treue zum Heiligen Vater.“

Der Bischof von Rom betonte, dass sich der Kardinal darüber bewusst gewesen sei, was es heißt, Christus zu lieben: die Kirche zu lieben, „die immer heilig ist, wie er in seinem geistlichen Testament anmerkt, trotz der manchmal Anstoß erregenden Schwäche von uns, die wir ihre Repräsentanten und Glieder sind, in der Vergangenheit und in der Gegenwart“.

Kardinal Stickler habe die Herausforderungen gekannt, mit denen sich die Christen in dieser Epoche zu messen haben. Er habe daraus geschlossen, dass die Christen nur eine wahre Liebe zu Christus dazu befähigt, den katholischen Glauben mutig und treu zu verteidigen.

Die Lektion, die der Kardinal den Gläubigen erteile, besteht nach Worten Benedikts XVI. darin, nicht nach Beifall oder Anerkennung auf dieser Erde zu trachten, da „der wahre Lohn des treuen Jüngers im Himmel ist: Er ist Christus selbst.“

Das Leben von Kardinal Stickler sei einem höheren Plan und einer höheren Verwirklichung gefolgt. Er habe nichts anderes tun können, als ihm zu folgen.

Benedikt XVI. vertraute die Seele dieses Hirten der Kirche der Gottesmutter an, von der Kardinal Stickler geschrieben hatte: „Die Gottesmutter wird auch im Augenblick meines Todes die wahre Mutter sein, die ihre Liebe und Barmherzigkeit auch den weniger treuen Kindern schenkt.“

Abschließend erklärte er: „Mit Zuneigung und Anerkennung schließen wir uns der Anrufung an, mit der Kardinal Stickler sein geistliches Testament beschießt: Ich glaube, ich hoffe.“