Benedikt XVI. fordert die Christen auf, teilen zu lernen

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ROM, 1. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Es kommt nicht darauf an, ob man viel besitzt oder wenig. Worauf es ankommt, ist die Fähigkeit, großherzig zu teilen. Das betonte Papst Benedikt gestern, Sonntag, vor dem Gebet des „Engel des Herrn“ in Castel Gandolfo.



Jetzt ist nach den Worten des Heiligen Vaters die Zeit, um „auf das Wort Gottes zu hören und es in die Tat umzusetzen“; jetzt sollte sich jeder darum bemühen, aufmerksamer zu werden gegenüber den Bedürfnissen der Brüder und Schwestern und mit ihnen zu teilen – „das Viele oder Wenige, das wir haben“.

In diesem Sinn rief Papst Benedikt jeden dazu auf, seinen ganz persönlichen Beitrag zu leisten und „die Logik und den Stil der wahren Solidarität zu verbreiten“. Diese Verbreitung beginne bei der eigenen Umkehr.

Das Gleichnis vom reichen Mann und vom armen Lazarus, dessen Name übersetzt „Wem Gott hilft“ heißt, bietet sich, so der Heilige Vater, unter anderem auch für eine soziale Lesart an. Er verwies auf die Enzyklika Populorum progressio von Papst Paul VI. und zitierte seinen Vorgänger: „Wenn er vom Kampf gegen den Hunger spricht, schreibt er: ‚Es geht darum, eine Welt zu bauen, wo jeder Mensch… ein volles menschliches Leben führen kann… wo der arme Lazarus an derselben Tafel mit dem Reichen sitzen kann‘ (47).“

Benedikt XVI. dachte bei diesen Worten an das Leid der Millionen von Menschen in den rund 20 Nationen im Subsahara-Afrika, die an den Folgen der schrecklichen Flutkatastrophe leiden. Zugleich wanderten seine Gedanken aber auch an „die vielen anderen Situationen humanitären Notstands in verschiedenen Regionen der Welt…, in denen Kämpfe um politische und wirtschaftliche Macht die bereits gravierende Umweltproblematik zusätzlich verschärfen.“ Angesichts dieser Herausforderungen unterstrich er die Aktualität des inständigen Appells von Paul VI.: „Die Völker, die Hunger leiden, bitten die Völker, die im Wohlstand leben, dringend und inständig um Hilfe“ (Populorum progressio, 3),

Der Christ wisse, was zu tun ist, bekräftigte Papst Benedikt. Er müsse Gott nachahmen. Denn: „Wer von allen vergessen wird, den vergisst Gott nicht; wer in den Augen der Menschen nichts wert ist, ist wertvoll in den Augen des Herrn.“