Benedikt XVI. fordert Freilassung des entführten chaldäischen Erzbischofs von Mossul (Irak)

Aufruf zur Intensivierung der Friedensbemühungen

| 1406 klicks

ROM, 3. März 2008 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. forderte am vierten Fastensonntag neuerlich die Freilassung des Erzbischofs von Mossul der Chaldäer, Paulos Faraj Rahho, der am Freitag, den 29. Februar, entführt worden war.



Erzbischof Faraj Rahho wurde nach dem Kreuzweg, dem er in der Heilig-Geist-Kirche von Mossul vorgestanden war, von einer Gruppe von Terroristen entführt. Zwei Leibwächter des Erzbischofs und sein Chauffeur wurden ermordet. Am Samstag fand ihr Begräbnis statt. Die Terroristen verlangen Lösegeld.

Benedikt XVI. betonte nach dem Gebet des „Engel des Herrn“ vom Fenster seines Arbeitszimmers aus, dass er mit tiefer Trauer dieses dramatische Geschehen verfolge. Er schließe sich dem Appell des Patriarchen, Kardinal Emmanuel III. Delly, und seiner Mitarbeiter an, dass Bischof Faraj Rahho, der sich zudem in einem prekären gesundheitlichen Zustand befinden soll, sofort befreit werde.

Gleichzeitig betete der Papst für die Seelen der drei ermordeten jungen Männer des Begleitpersonals des Erzbischofs und beteuerte seine Nähe zur ganzen Kirche im Irak, insbesondere zur chaldäischen Kirche.

Der Heilige Vater appellierte an alle, von denen das Los der irakischen Bevölkerung abhängt, ihre Bemühungen zu intensivieren, damit dieses Volk „dank des Einsatzes und der Weisheit aller von neuem Frieden und Sicherheit finden möge und die Zukunft denen nicht verwehrt wird, die ein Recht auf sie haben“.

Unmittelbar nach der Entführung hatte der Heilige Vater seine Verbundenheit mit Patriarch Kardinal Emmanuel III. Delly, der Not leidenden christlichen Bevölkerung im Irak und den Angehörigen der Opfer des Terroranschlags zum Ausdruck gebracht und zu „intensivem Gebet“ aufgerufen, damit sich die Entführer von „Vernunft und Humanität“ leiten ließen.

Gegenüber der italienischen Ausgabe von „Radio Vatikan“ dankte der chaldäische Erzbischof der nordirakischen Diözese Kirkuk, Louis Sako, dem Papst für dessen Nähe zum irakischen Volk. Der Erzbischof erklärte, dass das Volk von Mossul „in Panik“ lebe.

Sako arbeite mit einigen Gruppen für die Freilassung des entführten Erzbischofs. Er habe mit dem Bürgermeister von Mossul gesprochen, und der Rat der Imame habe einen Appell zur Freilassung des Geistlichen lanciert. Sako bezeichnete die Entführer als „kriminelle Gruppe“, die keine ideologischen Ziele verfolge. Außerdem betonte er die Solidarität, die von Seiten der muslimischen Bevölkerung bekundet würde.

„Die Worte des Heiligen Vaters finden hier im Irak großes Echo, denn wenn er spricht, ist er so ausgeglichen. Gestern erwähnte der Imam der Stadt die Haltung des Heiligen Stuhls zum Islam. Der Dialog, das Miteinander, die Nähe der Kirche gegenüber den Muslimen in Europa und auch hier während des Embargos und in der Zeit danach durch die Caritas – all dies hilft uns, und bildet eine hoch geschätzte Unterstützung.“