Benedikt XVI. fordert friedliche Beilegung des Konflikts im türkisch-irakischen Grenzgebiet

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ROM, 5. November 2007 (ZENIT.org).- Am Vortag der möglicherweise entscheidenden Unterredung des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit US-Präsident George W. Bush im Weißen Haus appellierte Benedikt XVI. gestern, Sonntag, an die betroffenen Parteien, sich mit allen Kräften für eine friedliche Beilegung des Konflikts in der türkisch-irakischen Grenzregion einzusetzen.



Nach dem Angelus-Gebet äußerte der Heilige Vater seine große Sorge angesichts der jüngsten Ereignisse und hob hervor: „Ich möchte daher jede Anstrengung ermutigen, die auf eine friedliche Beilegung der Probleme abzielt, die in der jüngsten Zeit zwischen der Türkei und dem irakischen Kurdistan aufgetreten sind.“

Papst Benedikt rief dazu auf, bei der Entscheidung über das weitere Vorgehen auch an die vielen Iraker zu denken, darunter auch zahlreiche Christen, die auf der Flucht vor Unsicherheit und Terror in den Nordirak gezogen waren, um dort eine neue Existenz aufzubauen. „Gerade in Anbetracht des Wohls dieser Völker … bringe ich den tiefen Wunsch zum Ausdruck, dass alle Seiten sich dafür einsetzen mögen, friedliche Lösungen zu begünstigen.“

Die Beziehungen von Hinzugezogenen und Einheimischen mögen „vom Geist jener hohen moralischen Zivilisation“ geprägt sein, „die Frucht der geistlichen und kulturellen Werte jedes Volkes und jedes Landes ist“, fuhr der Papst fort. „Wer für Sicherheit und Aufnahme verantwortlich ist, möge es verstehen, die angemessenen Mittel zu finden, um jene Rechte und Pflichten sicherzustellen, die an der Basis jedes wahren Zusammenlebens und Zusammentreffens unter den Völkern stehen.“

Gegenwärtig sind mehr als 100.000 türkische Soldaten an der irakischen Grenze stationiert, um gegen die Rebellen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vorzugehen. Ankara wirft den Kurden im Nordirak vor, die Rebellen bei ihren Angriffen von Zielen in der Türkei zu unterstützen. Den USA wurde zugesagt, die Entscheidung über einen Militäreinmarsch im Nordirak erst nach der Begegnung der beiden Präsidenten in Washington zu treffen. Die PKK hatte gestern, Sonntag, acht türkische Soldaten freigelassen.