Benedikt XVI. fordert ganzherzigen Friedenseinsatz

Zu den vorrangigen Anliegen zählt die Unterstützung der palästinensischen Bevölkerung

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ROM, 16. April 2006 (ZENIT.org).- Am heutigen Ostersonntag, der mit seinem 79. Geburtstag zusammenfällt, rief Papst Benedikt dazu auf, alles zu tun, um die schwellenden Konfliktherde in der Welt von heute einer friedlichen Lösung zuzuführen.



"Heute, auch in dieser unserer von Unruhe und Unsicherheit gezeichneten Zeit, erleben wir erneut das Ereignis der Auferstehung, die das Wesen unseres Lebens verwandelt, die Geschichte der Menschheit verändert hat", erklärte der Heilige Vater heute, Sonntag, vor Hunderttausenden von Menschen auf dem Petersplatz. Unter den Gläubigen, die zunächst an der Heiligen Messe unter freiem Himmel teilgenommen hatten, befanden sich rund 16.000 Pilger aus Deutschland, die sich lautstark bemerkbar machten, als der Papst nach der Eucharistiefeier von der Loggia an der Hauptfassade des Petersdoms aus die traditionellen Ostergrüße auf Deutsch vortrug. Zuvor hatte er Gott in seiner ersten Osterbotschaft für die von Krieg, Spaltung und Armut heimgesuchten Völker der Erde um "Erleichterung", Sicherheit und Frieden gebeten.

An erster Stelle gedachte Benedikt XVI. der Bevölkerung der südsudanesischen Krisenregion Darfur, "die sich in einer nicht mehr erträglichen dramatischen humanitären Situation befindet", sowie der Not leidenden Menschen in der Region der Großen Seen Afrikas (in der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda und Burundi), "wo viele Wunden noch nicht verheilt sind". Der heilige Vater betete auch für alle übrigen afrikanischen Völker, "die sich nach Versöhnung, Gerechtigkeit und Entwicklung sehnen".

Nachdem er die schwierige Lage im Irak angesprochen hatte – "über die tragische Gewalt im Irak, die weiterhin erbarmungslos Opfer dahinrafft, obsiege endlich der Friede" –, ging der Nachfolger von Papst Johannes Paul II. auf die Situation in Israel/Palästina ein.

"Frieden wünsche ich von Herzen auch denen, die in den Konflikt im Heiligen Land verwickelt sind, und ermutige alle zu einem geduldigen und beharrlichen Dialog, der die alten und neuen Hindernisse aus dem Wege räumt. Die Internationale Gemeinschaft, die das Recht Israels auf eine Existenz in Frieden erneut bekräftigt, möge dem palästinensischen Volk helfen, die prekären Umstände, unter denen es lebt, zu überwinden und seine Zukunft aufzubauen, indem es der Bildung eines wirklichen Staates entgegengeht." Der lateinische Patriarch Michel Sabbah von Jerusalem hatte in seiner diesjährigen Osterbotschaft 2006 alle Konfliktparteien zu einem Gesinnungswandel und einem völligen Neubeginn der Friedensbemühungen aufgerufen.

Papst Benedikt betete anschließend für bessere Lebensbedingungen "von Millionen von Menschen" in Lateinamerika. Er verurteilte die dort gängige "verabscheuenswürdige Plage der Entführungen", die ausgemerzt gehöre, und forderte die Festigung der demokratischen Institutionen in diesen Ländern.

Hinsichtlich des Atomstreits mit dem Iran sprach sich der Heilige Vater für "ernsthafte und aufrichtige Verhandlungen" aus, um abschließend die Verantwortlichen der Nationen und der Internationalen Organisationen darum zu bitten, sich engagiert dafür einzusetzen, damit "ein friedliches Zusammenleben zwischen Ethnien, Kulturen und Religionen" gewährleistet sei. Dadurch könne "die drohende Gefahr des Terrorismus" ferngehalten werden.