Benedikt XVI. gedenkt seines Vorgängers Paul VI.

Botschaft anlässlich des 30. Todestages

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ROM, 9. September 2008 (ZENIT.org).- Der „missionarische Eifer“ ist der Charakterzug, der bei Papst Paul VI. (26. September 1897 - 6. August 1978) am meisten hervorsticht. Dies betont Papst Benedikt XVI. in einem Schreiben, das er anlässlich des 30. Todestages seines Vorgängers dem Bischof von Brescia übersandte. Das Schreiben ist auf den 26. Juli datiert und wurde gestern, Montag, veröffentlicht.



Der Papst richtet seinen Brief an Bischof Luciano Monari, die Priesterschaft und alle Mitglieder der Geburtsdiözese Pauls VI., von der dieser Papst „das Geschenk des Glaubens sowie jene großen Werte der Frömmigkeit, der Kultur und Menschlichkeit empfing, denen er immer sein Dasein als Priester, Bischof und Nachfolger des Petrus angeglichen hat“.

Paul VI. sei mit der Kirche von Brescia immer in Liebe verbunden geblieben, was er oft zum Ausdruck gebracht hätte.

Benedikt XVI. erklärt in dem Schreiben, dass er persönlich Paul VI. sehr dankbar sei für das Vertrauen, das er ihm gezeigt hätte, als er ihn 1977 zum Erzbischof von München und später zum Kardinal ernannt hatte.

Paul VI. sei von der göttlichen Vorsehung dazu berufen gewesen, die Kirche in einer historischen Epoche zu leiten, die von nicht wenigen Herausforderungen und Problemen gezeichnet gewesen sei.

Beim Rückblick auf das Pontifikat seines Vorgängers betont Benedikt XVI., dass der missionarische Eifer Pauls VI. besonders beeindrucke. Dieser Eifer habe ihn beseelt und dazu veranlasst, anspruchsvolle Reisen auch in ferne Länder zu unternehmen und Gesten von hohem kirchlichen, missionarischem und ökumenischem Wert zu vollbringen.

Das Zweite Vatikanische Konzil bleibe mit dem Namen Pauls VI. verbunden. Der Herr habe den Wunsch gehabt, dass gerade während der Feier des Konzils und der Jahre dessen erster Umsetzung der Mann aus Brescia der Steuermann des Schiffes Petri würde, so Benedikt XVI.

Mit den Jahren werde die Bedeutung seines Pontifikats für Kirche und Welt immer deutlicher. Gleiches gelte für das „unschätzbare Erbe“ seines Lehramtes und seiner Tugenden, das er den Gläubigen und der ganzen Menschheit hinterlassen habe.

Paul VI. starb im 6. August 1978 im Apostolischen Palast von Castel Gandolfo – „an dem Tag, an dem die Kirche das lichtvolle Geheimnis der Verklärung Christi feiert“, schreibt Benedikt XVI.

Abschließend dankt der Papst für das Geschenk dieses Hirten an die Kirche, eines treuen Zeugen Christi, der in die Kirche aufrichtig und zutiefst verliebt gewesen sowie den Erwartungen und Hoffnungen der Menschen seiner Zeit nahe gestanden sei.

Schließlich spricht Benedikt XVI. die Hoffnung aus, dass alle Glieder des Gottesvolkes das Angedenken Pauls VI. mit ihrem Einsatz für eine aufrechte und stete Suche nach der Wahrheit zu ehren verstehen mögen.