Benedikt XVI.: Geweihte Jungfrauen, „Geschenk für die Kirche und in der Kirche“

Sie sind wie Sterne, die den Weg leuchten

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ROM, 15. Mai 2008 (ZENIT.org).- Gott geweihte Personen sind wie „Sterne“, die der Welt die richtige Richtung weisen: Mit diesen Worten wandte sich Papst Benedikt XVI. am heutigen Vormittag an die Teilnehmer des internationalen Pilgerkongresses des „Ordo Virginum“. Der Kongress stand unter dem Thema: „Geweihte Jungfräulichkeit in der Welt, ein Geschenk für die Kirche und in der Kirche“.



500 geweihte Jungfrauen aus 52 Ländern wurden vom Papst in der Sala Clementina des Apostolischen Palastes empfangen. Kardinal Franc Rodé, Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und Gesellschaften apostolischen Lebens, begleitete sie. Der Heilige Vater würdigte seine Gäste nach dem Motto ihrer Tagung als „Geschenk in der Kirche und für die Kirche“. In diesem Sinne wolle er die Jungfrauen in ihrer Berufung stärken und sie dazu einladen, Tag für Tag im Verstehen eines Charismas zu wachsen, das in den Augen des Glaubens so lichtreich und fruchtbar sei, wie es in den Augen der Welt als finster und unnütz erscheine (vgl. Geweihte Jungfrauen - historischer Hintergrund und heutige Praxis).

Benedikt XVI. erinnerte die Rompilger daran, dass der „Ordo Virginum“ in der Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil zu einer neuen Blüte gekommen sei. Die Wurzeln dieses Standes gingen „auf die Anfänge des Lebens nach dem Evangelium als eine unerhörte Neuheit“ zurück. Es handle sich um ein Charisma, das keine besondere Lebensart vorgesehen und sich langsam institutionalisiert habe, bis hin zur feierlichen öffentlichen Weihe, die vom Bischof verliehen worden sei.

Daraus habe sich die Verwurzelung dieser Einrichtung in der Lokalkirche ergeben. Aus dem „Atem“ der Diözesen heraus hätten sich die geweihten Jungfrauen in die Weltkirche hineinbegeben, und zwar vor allem durch das gemeinsame liturgische Gebet.

Normalerweise verblieben geweihte Jungfrauen in ihrem Lebensumfeld, erklärte der Papst. Es handle sich um einen Weg, der anscheinend keine spezifischen Eigenschaften des religiösen Lebens vorweisen könne wie etwa den Gehorsam, erfordere aber implizit die Erfüllung der evangelischen Räte, um die Treue zu Christus unversehrt zu bewahren.

Der Papst ermutigte die Jungfrauen dazu, nicht nur den Schein zu sehen, sondern das dahinter liegende Geheimnis des Zartgefühls Gottes, das es zu erfassen gelte und das jede in sich trage. Außerdem bat er sie, sich gegenseitig – trotz aller Unterschiede – als Schwestern zu erkennen.

Benedikt XVI. sprach abschließend die Hoffnung aus, dass die Gott geweihten Jungfrauen immer die Würde der Braut Christi ausstrahlen und so die Neuheit des christlichen Daseins und die ruhige Erwartung des künftigen Lebens zum Ausdruck bringen mögen.

„Die Entscheidung zum jungfräulichen Leben ist“, so der Papst, „eine Erinnerung an die Vergänglichkeit der irdischen Wirklichkeiten und eine Vorwegnahme der künftigen Güter. Seid Zeugen der wachsamen und tätigen Erwartung, der Freude und des Friedens, der dem zu Eigen ist, der sich der Liebe Gottes hingibt. Seid in der Welt und dennoch Pilgerinnen unterwegs zum Reich.“