Benedikt XVI.: Gottes Güte rettet die Welt

Generalaudienz im Zeichen von Leben und Werk des heiligen Abts Odo von Cluny

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ROM, 2. September 2009 (ZENIT.org).- Angesichts der „Weite der in der Gesellschaft verbreiteten Laster“ hat Papst Benedikt XVI. zu einer radikalen Änderung des Lebensstils aufgerufen. Kennzeichen dieses „Gegenmittels“ seien Demut und Bescheidenheit sowie der erneuerte Sinn für die himmlischen Dinge.



Mit dieser Botschaft wandte sich Papst Benedikt heute, Mittwoch, an die rund 8.000 Pilger und Besucher, die in der Audienzhalle Pauls VI. zusammengekommen waren. Der Papst nahm heute seinen gewohnten Audienz-Zyklus in Rom wieder auf. Der Helikopter hatte ihn eigens von der Päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo in den Vatikan gebracht. In der Reihe bedeutender Persönlichkeiten des Mittelalters brachte der Heilige Vater den Gläubigen heute den heiligen Abt Odo von Cluny (um 880 - 18. November 942) näher.

Benedikt XVI. bezeichnete den heiligen Abt als „einen wahren geistlichen Führer, dies sowohl für die Mönche als auch für die Gläubigen seiner Zeit“. Dabei hielt er fest, dass „Odo trotz des Realismus seiner Diagnosen nicht dem Pessimismus“ verfallen sei.

Das göttliche Erbarmen sei immer bereit, betonte der Papst, da „Gott die Schuld verfolgt und nichtsdestoweniger die Sünder schützt“. Auf diese Weise habe der starke und gleichzeitig liebenswürdige und reformbegeisterte Abt mit engagierten Taten in Ordens- und Laienchristen seiner Zeit den Vorsatz genährt, „eifrigen Schritts auf dem Weg der christlichen Vollkommenheit voranzuschreiten“.

Die Eintracht zwischen den Königen und Fürsten, die Beachtung der Gebote, die Aufmerksamkeit gegenüber den Armen, die Besserung der Jugend, die Achtung für die alten Menschen – dies seien, so Benedikt XVI., neben der Tugend der Geduld die großen Ziele Odos gewesen, der im Jahr 927 Abt von Cluny geworden sei, „dem Zentrum des geistlichen Lebens“ der damaligen Zeit. Von dort aus habe er auf die Klöster des europäischen Kontinents großen Einfluss nehmen können, insbesondere durch die überraschende Verbreitung des Lebensstils und der Spiritualität derer, die sich an der Regel des heiligen Benedikts inspirierten.

Benedikt XVI. erinnerte die Gläubigen daran, dass Cluny aufgrund seiner majestätischen Ruinen sogar noch heute die Zeichen einer Vergangenheit offenbare, „deren Ruhm in der innigen Hingabe an die Askese, das Studium und in besonderer Weise an den von Vornehmheit und Schönheit bekleideten Gottesdienst gründet“.

Abschließend verwies der Papst auf einen Charakterzug des heiligen Odilos, „der auf den ersten Blick unter dem Ernst seiner Strenge als Reformer fast verborgen ist: seine tiefe Herzensgüte“. Der Heilige „war streng, aber vor allem war er gut, ein Mann von großer Güte; einer Güte, die der Berührung mit der göttlichen Güte entspringt. Wie uns seine Zeitgenossen sagen, strahlte Odo in seiner Umgebung die Freude aus, die ihn erfüllte.“

„Wollen wir hoffen, dass seine Güte, die Freude, die aus dem Glauben kommt, verbunden mit der Strenge und dem Widerstand gegen die Laster der Welt auch unser Herz anrühren, auf dass auch wir die Quelle der Freude finden können, die der Güte Gottes entspringt.“