Benedikt XVI.: Gottes- und Nächstenliebe, Wesenskern jeder wahren Religion

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ROM, 9. Juni 2008 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. verwies gestern, Sonntag, vor dem traditionellen Angelusgebet auf die rettende Barmherzigkeit, die der unendlichen Liebe Gottes entspringt. Diese Liebe sei es, „die dem Kult und dem Befolgen der Gebote ihren Wert gibt“, erläuterte der Heilige Vater.



„Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer“: Dieses Wort des Propheten Hosea, das Jesus bei der Berufung des Apostels Matthäus wiederholt, sei ein „Schlüsselwort“ und eine Einführung in das Herz der Heiligen Schrift. Zugleich handle es sich um eine Zusammenfassung der gesamten christlichen Botschaft und zeige auf, dass die wahre Religion „in der Liebe zu Gott und dem Nächsten“ bestehe.

Jesus Christus, der sich dieses Schlüsselwort ganz zu Eigen gemacht habe, bekräftige es als Herr über das Gesetz, wenn er sage: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken… Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten“ (Mt 9,12-13).

Papst Benedikt forderte die Gläubigen abschließend dazu auf, sich das Gebet zu Eigen zu machen, das uns der heiligen Augustinus in seinen „Bekenntnissen“ hinterlassen hat: „Herr, erbarme dich meiner! Sieh, meine Wunden verberge ich nicht vor dir; du bist der Arzt, ich bin krank; du bist barmherzig, ich erbarmungswürdig… Meine ganze Hoffnung beruht allein auf deinem übergroßen Erbarmen.“

Nach dem „Engel des Herrn“ gedachte der Heilige Vater in seinem Gruß an die polnischen Pilger der Bergleute, die am vergangenen Mittwoch bei der Katastrophe im Bergwerk von Borynia ums Leben gekommen waren. Er betete um die Gnade der ewigen Ruhe für die Verstorbenen, um geistlichen Trost für ihre Familien und um eine rasche Genesung der Verletzten. Benedikt XVI. bat Gott zudem darum, alle vor einem plötzlichen Tod zu bewahren.

Die Pilger aus dem deutschen Sprachraum ermutigte der Papst zur Offenheit gegenüber Gott und den Mitmenschen: „Die Trennung von Gott, die Sünde macht den Menschen krank. Er leidet an seiner Ichbezogenheit, die ihm keinen Raum zum wahren Leben lässt. Christus ist der Arzt, der uns Heilung bringt und uns gesund macht. Er will unser Leben auf Gott und auf die anderen hin öffnen. Nehmen wir seine heilende Liebe in uns auf und schenken wir sie den Menschen um uns weiter. Dann leben wir wirklich.“