Benedikt XVI.: „Gregor von Nyssa erinnert uns an unsere Berufung zur Heiligkeit“

Generalaudienz über die unvergängliche Schönheit Gottes, die in jedem Menschen aufleuchtet

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ROM, 29. August 2007 (ZENIT.org).- „Die volle Verwirklichung des Menschen besteht in der Schau Gottes, in der Heiligkeit“, bekräftigte Papst Benedikt XVI. heute, Mittwoch, als er rund 12.000 Gläubigen und Pilgern aus aller Welt die zentralen Lehren des heiligen Kirchenvaters Gregor von Nyssa aus dem vierten Jahrhundert ans Herz legte.



Der Heilige Vater wies während der Generalaudienz auf dem Petersplatz darauf hin, dass die Bestimmung jedes Menschen darin liege, „auf dem Weg zu einem immer vollkommeneren geistlichen Leben“ voranzuschreiten, um so jene „ursprünglichen Schönheit“ wiederzuerlangen, die Gott selbst sei. „Nur wenn Gott gegenwärtig ist, gelangt der Mensch zu dieser seiner wahren Größe“, fuhr der Bischof von Rom fort.

Gregor von Nyssa habe erkannt, dass der Mensch „den Widerschein des göttlichen Lichts“ in sich trage und dieses Licht auch erkennen könne. „Indem er sein Herz läutert, kehrt er dazu zurück, wie am Anfang ein klares Abbild Gottes zu sein, Ebenbild der Urschönheit. So kann der Mensch, wenn er sich läutert, Gott sehen – wie die, die ein reines Herz haben.“

Der Mensch sei im Besitz einer wahren „Königswürde“, da er als einziges Geschöpf nach Gottes Ebenbild geschaffen worden sei. „Nur du (die Seele des Menschen) bist zum Ebenbild der Natur gemacht worden, die jede Vernunft übersteigt, Ähnlichkeit der unvergänglichen Schönheit, Abguss der wahren Göttlichkeit, Gefäß des seligen Lebens, Abbild des wahren Lichtes, auf das schauend du das wirst, was er ist, da du durch den gespiegelten Strahl, der aus deiner Reinheit hervorgeht, den nachahmst, der in dir glänzt. Kein Ding, das ist, ist so groß, dass es mit deiner Größe vergleichbar wäre“, erklärte der Heilige Vater mit Worten des heiligen Gregor.

Der Papst forderte die Gläubigen auf, diese Worte und die damit verbundene große Ehre und Verantwortung zu betrachten, umzukehren und so „die göttliche Schönheit“ neu aufleuchten zu lassen, die in jedem Menschen schlummert.

„Wenn du mit einem sorgsamen und aufmerksamen Lebenswandel den Schmutz wegspülst, der sich auf deinem Herzen abgelagert hat, so wird in dir die göttliche Schönheit aufleuchten… Wenn du dich selbst betrachtest, so wirst du in dir den sehen, der die Sehnsucht deines Herzens ist, und du wirst selig sein.“ Der Mensch findet nach Worten Benedikts XVI allein im Gespräch mit Gott zu seiner vollen Verwirklichung.