Benedikt XVI.: „Ich danke allen Frauen“

Der „unersetzliche Beitrag“ der gläubigen Frauen zum Leben der Kirche

| 655 klicks

ROM, 14. Februar 2007 (ZENIT.org).- „Die Geschichte des Christentums hätte eine ganz andere Entwicklung genommen, hätte es nicht den großherzigen Beitrag vieler Frauen gegeben“, betonte Papst Benedikt XVI., als er am Mittwochvormittag im Rahmen der Generalaudienz über die zahlreichen Jüngerinnen sprach, die Jesus und den Aposteln zur Seite standen, um sie in ihrer Sendung zu unterstützen und auch selbst tatkräftig an der Ausbreitung der christlichen Botschaft mitzuwirken.



„An erster Stelle denken wir da natürlich an die Jungfrau Maria, die durch ihren Glauben und ihre Mutterschaft auf einzigartige Weise an unserer Erlösung mitwirkte, so dass Elisabeth sie sogar als ,Gesegnete unter den Frauen‘ (Lk 1,42) anrufen konnte und hinzufügte: ,Selig ist die, die geglaubt hat‘ (Lk 1,45)“, erklärte der Heilige Vater zu Beginn seiner letzten Katechese über urchristliche Glaubenszeugen vor der Fastenzeit, die in einer Woche mit dem Aschermittwoch beginnt. Der Papst fügte hinzu, dass Maria zur Jüngerin ihres Sohnes geworden sei und in Kana ihr bedingungsloses Vertrauen auf ihn unter Beweis gestellt habe. „Sie folgte ihm nach bis unter das Kreuz, wo sie von ihm die Sendung empfing, die Mutter von all seinen Jüngern zu allen Zeiten zu werden, die Johannes verkörperte (vgl. Joh 19,25-27).“

Benedikt XVI. verwies auch auf die bedeutende Stellung von Maria Magdalena, „der Maria aus Magdala, die nicht nur bei seiner Passion anwesend war, sondern die auch zur ersten Zeugin und Verkünderin des Auferstandenen wurde (vgl. Joh 20,1.11-28). Gerade ihr, Maria von Magdala, behält der heilige Thomas von Aquin die einzigartige Bezeichnung ‚Apostolin der Apostel‘ vor, der er auch diesen schönen Kommentar widmet: ‚So wie eine Frau dem ersten Menschen Worte des Todes verkündet hatte, so verkündete als erste eine Frau den Aposteln Worte des Lebens:‘“

Nach zahlreichen weiteren Beispielen aus der frühen Kirchengeschichte würdigte der Heilige Vater den wertvollen Beitrag der Frau am Aufbau der Kirche, indem er mit seinem direkten Vorgänger Papst Johannes Paul II. im Namen der ganzen Kirche allen Frauen dankte und bekräftigte: „Die Kirche sagt Dank für alle Äußerungen des weiblichen ‚Geistes‘, die sich im Laufe der Geschichte bei allen Völkern und Nationen gezeigt haben; sie sagt Dank für alle Gnadengaben, mit denen der Heilige Geist die Frauen in der Geschichte des Gottesvolkes beschenkt, für alle Siege, die sie dem Glauben, der Hoffnung und der Liebe von Frauen verdankt: Sie sagt Dank für alle Früchte fraulicher Heiligkeit“ (Mulieris Dignitatem, 31).

Benedikt XVI. rief alle Gläubigen dazu auf, dem Herrn dafür zu danken, „dass er seine Kirche über die Generationen hinweg leitet und sich dabei unterschiedslos Männern und Frauen bedient, die ihren Glauben und ihre Taufe zum Wohl der ganzen Kirche und zur größeren Ehre Gottes fruchtbar werden lassen“.

Nach seiner Katechese wandte sich der Bischof von Rom den Pilgergruppen zu. An die Gläubigen aus den deutschsprachigen Ländern gewandt, erklärte er: „Die Sendung der Frauen in der Kirche gründet in der Taufe, die allen Christen die gemeinsame Würde der Gotteskindschaft schenkt, sie über alle Unterschiede hinweg in Christus vereint und gemäß der ihnen eigenen Berufung in den Dienst an Gott und den Menschen stellt.“ Und auch sie forderte er auf, Gott für das Große zu danken, „das er durch gläubige Frauen in der Kirche gewirkt hat und wirkt, besonders für die Weitergabe des Glaubens. Ich danke allen Frauen, die heute durch ihr Gebet und ihr christliches Zeugnis und Engagement einen unersetzlichen Beitrag zum Leben der Kirche leisten.“