Benedikt XVI. ist in tiefer Trauer

Brief zur Beerdigung von Manuela Camagni

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ROM, 1. Dezember 2010 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. habe seinen „großen Schmerz, der nur durch den Glaube Trost erfahren kann", angesichts des Todes von Manuela Camagni zum Ausdruck bringen wollen. Die Mitarbeiterin des päpstlichen Haushaltes war am 23. November bei einem Verkehrsunfall um Leben gekommen.

Das Schreiben des Papstes wurde von dem Privatsekretär des Papstes, Monsignore Georg Gänswein, während der Beerdigung in der Kirche San Piero von Bagno di Romagna in der italienischen Provinz Forlì-Cesena vorgelesen.

Die im Alter von 56 Jahren verunglückte Camagni Manuela war eine der vier gottgeweihten Frauen, die der Laiengemeinschaft „Memores Domini" der italienischen Bewegung „Communione e Liberazione" angehören und sich seit fünf Jahren um den Haushalt des Papstes kümmern.

„Ich hätte gerne selbst der Beerdigung von der geliebten Manuela Camagni vorgestanden, aber, wie Ihr Euch vorstellen könnt, ist es mir nicht möglich gewesen", bedauerte Benedikt XVI.

In dem Brief wollte der Papst an die Verstorbene durch sein eigenes Zeugnis erinnern. „Viele von Euch kennen Manuela lange. Mir ist ihre Gegenwart und ihr Dienst im päpstlichen Haushalt während der letzten fünf Jahre auf familiäre Weise zugute gekommen.

Deshalb möchte ich dem Herrn für das Geschenk des Lebens von Manuela danken, für ihren Glauben, für ihre großzügige Antwort auf den Ruf Gottes", schrieb der Papst.

Der Papst hob „ihren unauffälligen, aber wertvollen Dienst im päpstlichen Haus" hervor und sagte, dass „sie über diesen Dienst froh war und mit Freude an den familiären Momenten teilgenommen hat: an der Heiligen Messe am Morgen, an der Vesper, an den gemeinsamen Mahlzeiten und an den vielfältigen und bedeutenden Ereignissen des Hauses".

Der Papst bekannte, dass „die so plötzliche Trennung von ihr und auch die Weise, wie sie uns entrissen worden ist, uns einen großen Schmerz bereitet hat, der allein im Glaube Trost erfahren kann".

Der Papst ging auch auf die Bedeutung des Namens ein, der auf ihre Berufung verweise: „memores Domini".

„Als ich über diese Worte und ihre Bedeutung nachdachte, erfüllte mich ein Gefühl von Frieden, weil diese auf eine tiefe Beziehung verweisen, die stärker ist als der Tod". Es handle sich um „Menschen, die im Gedenken an Gott und Jesus leben, und in diesem täglichen Gedenken, voller Glaube und Liebe, den Sinn von allem finden, sowohl der kleinen Handlungen wie der großen Entscheidungen, der Arbeit, dem Studium und der Geschwisterlichkeit".

Er fügte hinzu: „Wenn wir an den Herrn denken, dann deshalb, weil er sich noch davor an uns erinnert. Wir sind „memores Domini", weil er „Memor nostri" ist, weil er an uns mit der Liebe eines Vaters, eines Bruders, eines Freundes denkt, auch zum Zeitpunkt des Todes".

Der Papst schloss seinen Brief mit den Worten: „Auch wenn es manchmal scheinen mag, dass er zu diesem Zeitpunkt abwesend ist und uns vergisst, aber in Wirklichkeit sind wir immer gegenwärtig für ihn, sind wir in seinem Herzen. Dort, wo wir fallen, fallen wir in seine Hände. Gerade dort, wo niemand uns begleiten kann, erwartet uns Gott: unser Leben".

[IS]