Benedikt XVI. ist Kosovaren besonders nahe

Empfang für Präsident Fatmir Sejdiu im Vatikan

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ROM, 6. Februar 2008 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. brachte beim Empfang des Präsidenten des Kosovos, Fatmir Sejdiu, am 2. Februar seine besondere Verbundenheit mit der ganzen Bevölkerung dieses autonomen Territoriums zum Ausdruck, „wo das Christentum seit den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechung vorhanden ist“.



Wie der Heilige Stuhl im Anschluss an das Treffen berichtete, gehören der katholischen Kirche heute rund 65.000 Kosovaren an. Vor allem in den Bereichen Fürsorge und Erziehung diene die Kirche dem Wohl aller dort lebenden Menschen, völlig unabhängig von ihrer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit, und dieser Dienst werde geschätzt und gewürdigt.

„Die Begegnung hat dem Heiligen Vater auch dazu gedient, direkte Informationen über die aktuelle Lage und die Zukunftsaussichten zu erhalten“, heißt es in der Presseerklärung.

Aufgrund der Tatsache, dass die Audienz unmittelbar vor der Wahl des serbischen Präsidenten (am vergangenen Sonntag) stattfand, wurde nachdrücklich darauf hingewiesen, dass der Heilige Stuhl seine Haltung zum Rechtsstatus des Kosovos in keiner Weise geändert habe. Der Kosovo war nach dem Krieg 1999 durch die UN-Resolution 1244  zu einem autonomen Gebiet innerhalb der damaligen Bundesrepublik Jugoslawien und der heutigen Republik Serbien geworden und steht seither unter UN-Verwaltung. Es ist möglich, dass die Unabhängigkeit des Kosovos noch im Februar ausgerufen wird.

„Was eine mögliche Unabhängigkeitserklärung des Kosovos angeht, wird der Heilige Stuhl die Entwicklungen vor Ort besonders aufmerksam verfolgen und in seiner Bewertung der Orientierung der internationalen Gemeinschaft Rechnung tragen.“

Der Heilige Stuhl lasse in Anbetracht der schwierigen Situation „keine Gelegenheit ungenützt, um alle zu Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden aufzurufen“, hieß es aus dem Vatikan. In diesem Sinn wurde der Wunsch bekräftigt, dass „die Sicherheit und die Achtung der Rechter all derer, die in diesem Gebiet leben“, gewährleistet würden.

Die Katholiken stellen im Kosovo eine Minderheit dar. Die große Mehrheit der rund 1,9 Millionen Einwohner – 90 Prozent ist albanischer, der Rest fast zur Gänze serbischer Abstammung – gehört dem Islam an.