Benedikt XVI.: „Jeder Dienst, der den Armen geleistet wird, ist ein Dienst am Frieden“

Audienz für die Initiatoren der Initiative „Advance Market Commitment“

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ROM, 9. Februar 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat die neue internationale Initiative „Advance Market Commitment“ ausdrücklich begrüßt, deren Vorhaben es ist, Impfstoffe gegen ansteckende Krankheiten zu entwickeln, um den armen Menschen in der Dritten Welt im Sinn einer präventiven Gesundheitsfürsorge beizustehen. In einem ersten Schritt gehe es um die Verringerung der Kindersterblichkeitsrate.



Im Rahmen eines Empfangs für die Finanzminister aus Italien, Großbritannien, Kanada und Russland sowie anderer hochrangiger Persönlichkeiten wie etwa der Königin von Jordanien oder des Präsidenten der Weltbank, die an dem engagierten „Pilotprojekt“, wie es der Papst nannte, beteiligt sind, wies der Heilige Vater im Vatikan darauf hin, dass jede Hilfe, die den Armen entgegengebracht werde, zugleich ein Dienst am Frieden in der Welt sei.

Zwei Tage vor dem Welttag der Kranken versprach Benedikt XVI. den Anwesenden die volle Unterstützung des Heiligen Stuhls und erklärte, dass ihr humanitäres Projekt „von diesem Geist der menschlichen Solidarität“ inspiriert werde, „den unsere Welt braucht, um jede Form von Selbstsucht zu überwinden und das friedvolle Miteinander der Völker zu fördern“. In diesem Zusammenhang bekräftigte er, was er bereits in seiner Botschaft zum diesjährigen Weltfriedenstag am 1. Januar 2007 betont hatte: „An der Wurzel nicht weniger Spannungen, die den Frieden bedrohen, liegen sicherlich die vielen ungerechten Ungleichheiten, die tragischerweise noch in der Welt vorhanden sind“ (6).

Zum internationalen Hilfsprojekt, das am heutigen Tag offiziell ins Leben gerufen und im Vatikan vorgestellt wurde, äußerte sich Papst Benedikt XVI unter anderem mit folgenden Worten: „Ich bestärke euch vollen Herzens in euren Bemühungen hinsichtlich dieses Programms und hinsichtlich seines Ziels, die wissenschaftliche Forschung zur Entdeckung neuer Impfstoffe voranzutreiben. Solche Impfstoffe werden dringend benötigt, um zu verhindern, dass Millionen von Menschen, einschließlich unzählige Kinder, jedes Jahr aufgrund von ansteckenden Krankheiten sterben müssen – insbesondere in jenen Gegenden der Welt, wo das Risiko am größten ist.“

Die Impfstoff-Initiative möchte gewährleisten, dass in Zukunft 500 Millionen mehr Kinder gegen vermeidbare Krankheiten wie Kinderlähmung, Diphtherie, Hepatitis oder Masern geimpft werden. Nach aktuellen Zahlen sterben jedes Jahr rund 2,5 Millionen Kinder an solchen Krankheiten, das heißt ein Kind alle 12 Sekunden.

Nach einem Bericht des Zentrums für Globale Entwicklung CGDE versteht man unter „Advance Market Commitment“ einen Anreiz zum Stimulieren der kommerziellen Entwicklung und schnellen Einführung neuer Impfstoffe. „Die Spendengeber erteilen dabei eine rechtsverbindliche Garantie, dass sie, falls ein zukünftiger Impfstoff gegen eine bestimmte Krankheit entwickelt wird, die Kosten für den Kauf des Impfstoffes durch Entwicklungsländer übernehmen werden. Die Garantie wird an technische Standards gebunden, die der Impfstoff erfüllen muss, und so strukturiert, dass mehrere Firmen bei der Entwicklung und Herstellung der bestmöglichen neuen Impfstoffe miteinander konkurrieren können.“